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2010-10-24 LCC-Herbstmarathon - dogrun
Berichte:
Datum: 2010-10-24
Event: LCC-Herbstmarathon
Distanz: 42.195 km
Ersteller: dogrun
dogrun:
Was wär das Leben ohne Risiko...
...fad, oder?
Also doch noch ein Marathon heuer.
Wieder mit einem Training welches sich gar nicht als Marathon Training bezeichnen lässt, aber schlussendlich sind es ja doch knapp 60km pro Woche geworden.
Dafür mit ambitionierten Ziel, nachdem ich New York voriges Jahr unter meinem Niveau gelaufen bin probier ichs heuer eben weit über meinem Niveau. Sub 3 solls sein, von meinen Zeiten am HM, 10er und 5er sollte das drin sein, nur das spezifische Marathontraining fehlt eben ein wenig.
Zwei Wochen vor dem Marathon verkühl ich mich noch mörderisch, das heisst die letzten langen Läufe müssen nach hinten verschoben bzw komplett gecancelt werden.
Trotzdem bin ich am Marathonwochenende gesund und guter Dinge, ich freu mich auf den Marathon, hab ich doch auch überhaupt keinen Druck, entweder der Lauf geht auf oder ich lauf trotzdem noch Bestzeit. Also eine win-win Situation, verlieren gibt’s heute nicht.
Am Marathontag perfektes Laufwetter, ich steh am Start, vollkommen locker und ruhig, keine Nervösität oder sonstiges. Leider hab ich Jean-Marie aus den Augen verloren, eigentlich wollte ich mit ihm gemeinsam starten.
1.Runde:
Pünktlich um 10 geht’s los, ich laufe los, locker flockig geht’s dahin und noch vor km1 ist plötzlich JM neben mir und mit einem „So, jetzt bin ich da“ laufen wir gemeinsam weiter. JM hat mich gebeten ihm keine paces durchzugeben, da er ohne Uhr läuft und eben seinem Gefühl vertrauen will, nachdem er aber sowieso mit Kopfhörer läuft gibt es zwischen uns beiden keine Kommunikation. Wir sind die ersten 4 km übrigens alle genau in 4:15 gelaufen. Die erste Runde ist so schnell vorüber, bei 29:50 lauf ich das ersten mal über die Matte.
2.Runde:
Das Feld lichtet sich etwas, die 7km Läufer fallen weg. Ich komm richtig schön ins rollen und geniesse es im 4:15er Schnitt dahinzulaufen. Es geht locker und ich bin gut drauf, bei km 10 das erste mal zur Labestation und einen guten Schluck Iso, und weiter geht’s. Auch die zweite Runde verfliegt nur so, ich freue mich über die anfeuernden und auch laufenden Foris die ich zu sehen bekomm. Bei km 14 wieder zur Labe um Iso zu trinken, da bemerke ich das mir jemand eine meiner Eigenverpflegungsflaschen inklusive Gel gefladert hat, ich beschliesse aber mich nicht zu ärgern, bringt eh nix und kostet nur Kraft, also weiter in 29:38 über die Matte.
3.Runde:
Letzte Runde vor dem Halbmarathon, noch immer fühl ich mich locker und kann den Schnitt ohne Probleme laufen, wieder sehe ich Martin der wie immer euphorisch anfeuert. Kurzer Bodyscreen, es scheint alles im Grünen Bereich. Bei km 17 das erste Gel inkl Wasserflasche und es rollt weiter. Die Splits passen alle, nur jetzt ist mir schon klar, nach der dritten Runde beginnt das Rennen eigentlich erst. Ich freu mich trotzdem auf km 21, denn ich weis dass dann meine Family schon da sein wird und grad bevor ich in die vierte Runde komm entdecke ich meine Frau, meine Tocher, Vater, Bruder, Nichte. Es tut gut so unterstützt zu werden. In 29:25 ist die 3te Runde beendet.
4.Runde:
Einsam lauf ich dahin, JM ist etwas nach hinten abgerissen und ich spür erstmals meine Beine. Normal denk ich mir und mach mich schon drauf gefasst das es bald nicht mehr so einfach sein würde. Aber auch in der vierten Runde passen die Splits , auf die Frage meiner Frau wies mir geht zeig ich noch den hochgestreckten Daumen und nachdem ich bei KM 25 vorbei bin fühl ich mich auch noch wirklich gut, auch die nächsten 2 km passen die Splits. Ich schnapp mir mein Gel, werde dafür kurz langsamer und als ich über die Matte laufe… (Runde beendet in 29:39, also voll auf sub 3 Kurs.)
5.Runde:
…machts auf einmal BAMM! Es ist so als fließt die ganze Kraft die eben noch in den Füßen war wie Pudding aus den Schuhen, aber ich reisse mich zusammen, versuch den Schnitt zu halten, geht aber leider nicht. KM 29 stopp ich auf meiner Uhr noch ab, dann ist das Projekt sub 3:00 für mich gestorben und es heisst jetzt den Marathon noch mit Anstand zu beenden. Ich zwinge mich zu Laufen, bis zur Labestation, dann darf ich wieder einige Schritte gehen und Iso trinken und wieder weiterlaufen. Bei der Labe bei KM 31 laufen JM und Christian an mir vorbei, Christian animiert mich noch zum mitlaufen, aber die Geschwindigkeit is mir zu hoch, ein knapper Fünfer- Schnitt ist das höchste der Gefühle. Ich laufe weiter im Fünfer-Schnitt und komm irgendwie zur Labe bei km 35, wieder einige Schritte gehen und Iso nachtanken, meine Frau ruft mir zu ob ich was brauche, ich verlange nach Gel bei KM 38 was sich als schwere Fehleinschätzung herausstellt. In 33:17 laufe ich in die letzte Runde.
6.Runde:
Meine Beine sind kraftlos, ich trabe im Fünfer-Schnitt dahin, mein Bruder taucht neben mir auf und versucht mich zu ziehen, doch das kurze schneller werden fordert seinen Tribut, ich muss zum ersten mal gehen ohne Labestelle. Mein Bruder reagiert sofort und meint er läuft zurück zu meiner Frau und holt das Gel, er kommt mir in die andere Richtung beim Heustadlwasser entgegen. Goldrichtig sein Handeln, erstens komm ich wieder ins Laufen weil ich mich aufs Gel freu und zweitens hab ich das Gel schon vor KM 37 gebraucht. Nachdem letzten Gel geht’s wieder, ich laufe im Fünfer-Schnitt und teilweise schon etwas drüber dahin, gehen noch bei der Labe bei KM 38 und dann heissts nur noch ins Ziel. Nur nicht stehen bleiben, einfach weiterlaufen, nicht auf die Uhr blicken. Und dann ist er endlich da der Zielbogen, in 37:02 laufe ich bei KM 42 drüber und beschleunige nochmals auf einen 4:04er Schnitt die letzten 200m ins Ziel.
3:09:40, super Zeit, Bestzeit, was will ich mehr, und für Sub 3 ist ja auch noch immer Zeit genug!
Danke an euch alle an der Strecke fürs Anfeuern und Unterstützen, es ist wirklich nett soviele Bekannt Gesichte auf und neben der Strecke zu sehen und zu treffen.
dodo:
nur ein wort ist mir nach dem lesen in den sinn gekommen: COOL
auch laufen ist kein wunschkonzert und am wichtigsten ist, alles gegeben zu haben. gratulation!
Ulrich:
es war immer so ein Fixpunkt Dich und JM auf der Gegengerade zu treffen. Die Leichtigkeit in deinen Schritten ist ja so und so bewundernswert.
Diese Zeilen "Meine Beine sind kraftlos" kenne ich nur zu gut, die Zeit 3:09 hingegen nicht.
heitzko:
du bist echt toll gelaufen denn die erkältung und der trainingsrückstand haben es dir nicht leicht gemacht! eine tolle pb ist sich ausgegangen und dir bleibt für nächstes jahr noch ein tolles ziel, sub 3 :)!
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