Autor Thema: Grünesocke läuft  (Gelesen 4219 mal)

Offline nasmorn

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Antw:Grünesocke läuft
« Antwort #45 am: 14.05.2018, 16:22:12 »
Hallo nasmorn.




Sind 6:20 wirklich easy oder ist es halt das schnellste was du laufen kannst ohne dass du anaerobe Effekte spürst. Das ist bei mir auch erst bei 4:45 oder so der Fall, nur ist das nicht easy. Daher ich kann es nicht zwischen long runs und workouts machen ohne meine Erholung massiv zu beeinträchtigen. Wenn ich nur recovery mache bin ich manchmal noch viel langsamer. Ich versuche schon gerade bei kurzen easy Läufen gute Körperhaltung zu bewahren, die Arme sauber zu führen, ich limitiere halt einfach die Schrittlänge. Am leichtesten lernt man das denke ich wenn man barfuß auf Asphalt läuft. Da muss man sauberen Stil haben sonst tut es weh und traut sich aber zuerst sicher nicht schnell zu laufen.

Also die drei Einheiten von vorletzter Woche (2,5 & 13 & 5km) bin ich mit 81, 84 und 79% der mHf gelaufen. Im Vergleich dazu die 3 Einheiten dieser Woche, in denen ich die 6'40'' anpeilte: 15 km bei 85 %, 10 km bei 80 %, 24 km bei 81%. Beantwortet das deine Frage bzgl der anaeroben Effekte?


Nein, dass du keine anaeroben Effekte spürst davon bin ich ja ausgegangen. Da habe ich mich offenbar schlecht ausgedrückt. Nur ist nicht jeder aerobe Lauf gleich schon mal easy aus meiner Sicht. Die HF und Pace sind ja nur Krücken. Der Zweck eines Easy runs ist ja aerobe Entwicklung und was da so dran hängt (Effizienz usw) aber ohne den Trainingsstress zu stark zu erhöhen.


Wie stark ist jetzt die Frage des Trainingsplanes. Tendenziell würde ich behaupten, du hast einfach zu viel Energie wenn du deine Easy Days nicht wirklich brauchst. Was ja leicht sein kann wenn du noch nicht voll trainierst. Nur warum läufst du dann nicht mehr Kilometer statt alles in Richtung Tempo zu verschieben? Das sollte laut jeder Trainingslehre mehr bringen. Wenn du aber ernsthafte Sorge für langfristiger Überlastung hast (ich bin so jemand der da aufpassen muss) dann bist du so auch nicht auf Nummer sicher.


Du machst ja auch Temp, Lauf ABC und Wettkämpfe daher ist dein Training eh abwechslungsreich. Daher ist es sicher prinzipiell in Ordnung. Nur würde ich eben die Reserven entweder Reserven sein lassen oder in Umfang oder echte Intensität investieren.

Offline Grünelaufsocke

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Antw:Grünesocke läuft
« Antwort #46 am: 14.05.2018, 16:39:45 »
Nur warum läufst du dann nicht mehr Kilometer statt alles in Richtung Tempo zu verschieben?

Ganz einfache, aber vielleicht nicht logische Antwort: Weil ich das schnellere Tempo kenne, die längere Distanz aber nicht und ich noch zu gehemmt bin, um mich da "einfach so drüber zu trauen". Aber ich baue die längeren Distanzen jetzt eh aus. Diese Woche sind 17 km und ca 25 km (+, - 1, 2 km, je nach Befinden) angedacht, dazwischen ein 10er, alles so um die 6'40''.

Nachtrag:
Ich hatte tatsächlich durch die vielen langsamen Einheiten so etwas wie Belastungsbeschwerden. Einmal was am Rücken und dann an den Waden. Falls es das gibt, war mir das Tempo dann in den Umfängen zu langsam. Seitdem ich auch schnelle (Intervall) und schnellere (L-Läufe) einbaue, bzw. diese favorisiere, habe ich diese Beschwerden nicht mehr.
« Letzte Änderung: 14.05.2018, 16:49:58 von Grünelaufsocke »

Offline nasmorn

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Antw:Grünesocke läuft
« Antwort #47 am: 14.05.2018, 16:58:52 »
Hohe Trainingsmonotonie (also auch alles im gleichen Tempo langsam) ist glaub ich generell gefährlich, vor allem wenn man nicht einmal Hügel hat die einem was anderes aufzwingen. Ich denke wärst du alles schneller gelaufen, wäre es auch nicht besser gewesen.

Offline Grünelaufsocke

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Antw:Grünesocke läuft
« Antwort #48 am: 14.05.2018, 17:05:34 »
Trainingsmonotonie war mir bis vor kurzem noch ein Fremdwort.  ::) Darum baue ich jetzt unterschiedliche Distanzen und Strecken ein. Nächste Woche ist dann der Frauenlauf, da kommt dann wieder ordentlich Tempo rein. Ich bin noch unentschieden, ob ich vor dem WK noch eine (oder zwei) Tempoeinheit einbauen sollte oder mich ganz auf die langen Läufe konzentriere. Momentan bin ich eher für die langen Läufe.

Offline Grünelaufsocke

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Antw:Grünesocke läuft
« Antwort #49 am: 20.05.2018, 23:38:30 »
21 Wochen bis zum Marathon (huch habe ich mich etwa um eine Woche verschnitzt? :denk: )
WK: 61,22  km von 57 km (107%)

MO nix
DI 17 km P = 6' 37''
MI 5 km P = 9'32'', Laufen mit Freundin
DO 2,8 km P = 5'53'', anstatt den Bus zum Treffpunkt zu nehmen, bin ich in einem für mich angenehmen Tempo gelaufen
6 km P = 8'41'', eigentlich wollte ich an dem Tag eine Intervall bzw. Tempoeinheit einlegen, meine Beine fühlten sich aber vom Dienstag noch immer nicht so fit an, also bin ich ein Intverall im Tempo meiner Freundin gelaufen, für mich war das nichts anderes als ein Regenerationslauf
FR nix
SA 25 km P = 6'36'', es wären von der Ausdauer und muskulär noch ein, zwei Kilometer drinnen gewesen, doch mein Zeitplan zwang mich leider zum Aufhören. Diesmal war ich quasi nackig unterwegs: nur in Laufklamotten, Schlüssel und Handy in der Tasche meiner Shorts. Zwecks Flüssigkeitsaufnahme habe ich mich auf die Wasserspender vor Ort verlassen, muss aber dazu sagen, dass ich gegen Ende  richtigen Heißhunger auf Zuckerwasser wie Cola und Co hatte. Die letzten Kilometer waren flüssigkeitstechnisch eine Tortur, ich habe die Meter gezählt, bis ich wieder an einem Brunnen war. Was noch eine Qual war, waren die Innenseite meiner Oberschenkel, die trotz Vorbehandlung mit Ringelblumensalbe ab km 20 höllisch brannten. Gleiches auch auf der Innenseite meines rechten Oberarmes, dort, wo das T-Shirt aufhört.  >:( Es ist wirklich komisch, dass meine Armbewegungen so asymmetrisch sind, dass ich nur auf einer Seite dieses Problem habe (vll weil auf der anderen die Uhr sitzt?) und selbst vorheriges Einschmieren gegen die Scheuerwunden nicht hilft. Ich dachte, ich wäre nach dieser Einheit irgendwie geschlauchter, tatsächlich sind es nur die Scheuerwunden, die sich noch bemerkbar machen.
SO 5,31 km P = 6'42'' mit 3 Steigerungen am Ende, um auf mein Wochenpensum zu kommen.
20 min Übungen mit Miniband

Bis jetzt habe ich vom langen Lauf mitgenommen, wo meine muskulären Defizite sind: Rumpf (diese Wochen keine Beschwerden) und Füße, damit meine ich besonders das Fußgewölbe. Ich habe mir jetzt vorgenommen, öfters seilzuspringen und barfuß zu laufen. Sonntags absolvierte ich meine Dehnübungen zB. barfuß im Gras und machte auch noch ein paar zusätzliche Übungen für die Füße. Während ich zu Hause am PC sitze, benütze ich auch Massagebälle für die Füße. Habt ihr noch irgendwelche Tricks und Tipps zur Stärkung der Fußmuskulatur?
Was mir nun auch (durch die langen Läufe) auffällt, ist die Bildung einer Hornhaut auf der Außenseite der großen Zehen auf beiden Füßen, die ich sonst nie hatte. Ist das einfach nur eine Sache der Gewöhnung oder deutet das auf eine Veränderung des Laufstils hin, der mit ABC entgegengewirkt werden kann? Im Moment nehme ich 1-2 Fußbäder in der Woche und creme kräftig ein, um meine Füßchen zu verwöhnen.^^
« Letzte Änderung: 21.05.2018, 00:19:23 von Grünelaufsocke »

Offline CobbDouglas

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Antw:Grünesocke läuft
« Antwort #50 am: 27.05.2018, 12:55:37 »
Danke für die Ausführungen.  :) Dann halte ich mich vorerst an 37/38, eher an 38; 39 erscheint mir zum jetzigen Zeitpunkt um einen Zacken zu schnell.



Wie ist es beim heutigen Formtest gelaufen? Nachdem es nicht kalt war (dafür die Strecke besonders schnell) sollte eigentlich eine hoher 52er Zeit (und nicht unbedingt exakt 52:15) völlig reichen um auf Kurs zu sein?
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Offline Grünelaufsocke

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Antw:Grünesocke läuft
« Antwort #51 am: 28.05.2018, 12:14:28 »
Diese Woche war lauftechnisch der absolute Tiefpunkt. Einerseits spielte sicher die Entscheidung eine Rolle, wie ich meinen ersten offiziellen 10er angehen soll; volle Pulle – dann müsste ich aber auch die Wochenkilometer reduzieren, also Tapering einleiten – oder ihn im Rahmen des Trainings moderat laufen und in Kauf nehmen, keine „Bestzeit“ zu laufen. Andererseits grätschte mir der Alltag rein und ein paar Fehlentscheidungen wurden getroffen.

Dienstag wollte ich eigentlich 17 km zu 6’40‘‘ laufen, habe mir aber davor zu großzügig aufgetischt, sodass die obligatorischen 3h nach der letzten großen Mahlzeit noch immer zu wenig waren. Geworden sind es 7 km zu 7’19‘‘, die weitere Quälerei auf den restlichen 10 km wollte ich mir nicht mehr geben.

Am Donnerstag wollte ich dann eine der rar gewordenen Tempoeinheiten abarbeiten, doch mit max. 4h Schlaf, 0,5l Energydrink, um den Tag zu überstehen, waren die Voraussetzungen mehr als bescheiden. Anvisiert waren Intervalle um die 5’20‘‘, mein GPS hatte mich aber auf dem Kieker und hat mir zunächst angezeigt, dass ich viel zu langsam unterwegs war. Ok, dachte ich mir, die letzten Wochen bin ich nur langsam und lange gelaufen, vielleicht ist mein Tempogefühl wirklich so falsch geworden, dass ich wirklich ordentlich angasen muss, um das Tempo zu treffen. Ergebnis waren Passagen um die 3’41‘‘. Das und mein umnächtigter Zustand waren die beste Mischung, um sich total zu verausgaben. Nach 20 Minuten brach ich auch diese Einheit grummelnd ab. Zumindest absolvierte ich an dem Tag ein halbstündiges Stabilitätstraining, das mir die Illusion gab, etwas gemacht zu haben.

Unfreiwillig hatte ich die Woche also getapert und tröstete mich damit, dass ich auf jeden Fall nicht ausgepowert an den Start ginge und keine Neuauflage von den letzten 14 km hätte.

Am Samstag nahm ich am Rahmenprogramm teil und machte jeweils eine halbe Stunde Yoga und Zumba, um mich einzustimmen. Zumba, für mich vollkommenes Neuland, die null Rhythmusgefühl besitzt, mit Freizeitschuhen, deren Einlagen zu rutschig für meine Socken waren, auf unebener Wiese, knöchelte ich so unglücklich um, dass mein Knöchel auf dem Boden auflag. Super, dachte ich mir, hast dir gleich eine Verletzung eingefangen. Den restlichen Tag war ich übervorsichtig, um nichts zu verschlimmern, bin nur langsam gegangen, habe gekühlt und hochgelagert. Mit einem leichten Lauf am Vorabend war also nichts mehr.

Tag X. Ich wusste da schon, dass ich keine super Zeit laufen werde (um meinen VDOT zu verbessern), aus ganz einfachen Gründen: Zugunsten der langen Einheiten habe ich so gut wie keine schnellen Einheiten in den Wochen davor absolviert, sprich, ich wusste nicht mehr, wie sich schnelle Kilometer anfühlen und wie schnell ich mir sie wirklich zutrauen konnte. Mir fehlten einfach die Vergleichsbasis und das Wissen, was ich leisten kann.

Achtung, ich bin noch lange nicht fertig mit Lamentieren. Ungewohnt war auch für mich, an einem Wettrennen teilzunehmen, das nach einem anderen stattfindet. Ich war an dem Tag eigentlich nie so recht in dem Mindset „Gleich geht’s los, gib dein Bestes“, sondern habe mich ganz einfach von dem Eventcharakter mitreißen lassen.

Am Abend davor aß ich so viel, wie ich es vor längeren Wettkämpfen (Halbmarathon) tue, auch in dem Wissen, dass ich eh nicht um 9 starte, sondern 90 Minuten später. Dass mein Start später war, hat mich auch dazu verleitet, ein paar der Kostproben wie ein Becherchen Milch mit Kellogg‘s und 75 Minuten vorm Start 5 Scheiben Pringels zu essen. Dass die Chips keine gute Idee sein könnten, war mir erst bewusst, als es schon zu spät war. Das meine ich mit, ich war im Kopf nicht auf einen nahenden Wettbewerb eingestellt, sondern eher ladida, hier ist eine gute Stimmung, unterwegs. Um 7 Uhr aß ich eine Banane, was ich immer kurz (max. 45 Minuten vor einem Rennen) tue. Nie wäre mir die Idee gekommen, dass mein Bauch voll werden oder mir die Verdauung einen Strich durch die Rechnung machen könnte. Eine Dreiviertelstunde vorm Start war ich am Klo und habe mir extra viel Zeit gelassen, um auch alles „loszuwerden“. Viertelstunde vorm Start nochmal 150mml getrunken, um mich zu hydrieren. Beim Aufwärmen in der Sonne mitgemacht und dann ging’s los.

Nicht das Laufen, sonder der Kampf gegen meine Blase, meinen Magen und meinen trockenen Mund.

Was jetzt kam, hat mich ehrlich überrascht, weil ich dachte, alles, was die Verpflegung betrifft, beachtet zu haben und es ärgert mich, dass es diese Faktoren waren, die das Rennen bestimmt haben.

Ab 500 Metern merkte ich, dass mein Mund trocken war. Super, wenn man bedenkt, dass die ersten Labstationen erst ab Km 3 oder 4 kamen. Ab km 1 merkte ich, dass die Blase voll war, wenig später dass mein Magen voll war und damit kein Tempo zu machen war, ohne zu riskieren, dass mir übel wird und noch Schlimmeres. Ab km 3 war also nur noch Durchkommen mein Ziel. Ich bin an mindestens 3 Labstationen stehengeblieben, um die Flüssigkeitszufuhr kontrolliert abzuwickeln, die Zeit hatte ich schon abgeschrieben und eine Zeit von über 1h war ein vollkommen realistischer Ausgang.

Schlussendlich sind es knapp unter 55‘ geworden. Zum Tempo lässt sich nur die ersten 3 km etwas sagen, der Rest war nur noch ein Vermitteln zwischen Magen, Blase und Abkühlen der Körpertemperatur. Die ersten 5’27‘‘ hätte ich schneller laufen können, doch alle um mich herum (Startblock C) waren so langsam, dass dann die Strecke auch noch geteilt war, hat es natürlich nicht besser gemacht. Die 5’08‘‘ haben sich auch noch langsam angefühlt. Die 5’19‘‘ haben mein Gefühl dann bestätigt, dass ich langsamer werde, um meine körpereigenen Baustellen nicht zu verschlimmern. Alles, was danach kam, war kein Wettrennen mehr, sondern Schadensbegrenzung.

Pentek meint, dass meine durchschnittliche Pace 5’29‘‘ war. Durchschnittliche Hf lag bei 91%.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Ich wusste nicht, welche Pace ich anstreben sollte, im Hinterkopf hatte ich die 5’20‘‘, doch aus oben genannten Gründen war die mir dann auch egal. Gefühlstechnisch (ich mit meinen Gefühlen, ja, ja) sage, dass unter 54 Minuten ohne meine Wehwehchen locker drinnen gewesen wären, vielleicht sogar sub 53, aber mit einem großen Fragezeichen. Ich bin scheinbar kein Wettkampftyp oder bin durch die Marathonvorbereitung so verkopft geworden, dass ich mir meine Probleme selbst schaffe. Wenn ich mich an meine bisherigen (5/7K) Wettkämpfe zurückerinnere, habe ich mit weniger, zielunorientiertem Laufen größere Fortschritte verzeichnet und meine einzigen Probleme während des Laufes, waren die Ellbogen der anderen. Vielleicht muss ich mich auch erst auf der längeren Distanz einpendeln. Wer weiß.

Nächstes Wochenende steht der Stundenlauf im Augarten an, da wird es sicher gemütlicher zugehen als beim Frauenlauf. Vielleicht gelingt mir da eine Verbesserung auf den 10K. Ich bleibe jetzt mal bei den VDOT 36 und orientiere mich am Trainingsplan A, weil der mehr Tempoeinheiten als der Anfängerplan vorsieht und ich wirklich gespürt habe, dass mir die abgegangen sind.

Gestern stellte sich mir wieder die Frage: Wie (un)sinnig ist es, sich auf Wettkampfergebnisse im Hinblick auf Trainingspace zu verlassen? Dieses Mal hat (wieder -.-) die Verpflegung (der vorherigen Stunden) eine gewichtige Rolle beim Tempo gespielt, im Training ist das eher die Ausnahme. Dass meine Zeit schlechter ausgefallen ist, sagt nichts über meine Ausdauer, meine Muskelkraft, meine Tempohärte etc aus, sondern dass mein Trink- und Essverhalten vorm Wettkampf mangelhaft ist. Ist die Einflussgröße dieses Faktors auf die Pace (im Training) berechtigt?

Mein größter Unsicherheitsfaktor, als ich beschloss, einen Marathon zu laufen, war Selbstüberschätzung. Dass ich mich auf Teufel komm raus zwinge, meine Grenzen zu sprengen, mich maßlos überschätze und halbtot ins Ziel komme. Ich muss aber sagen, dass ich doch eher dazu tendiere, auf die Vernunft zu hören und sogar eher übervorsichtig bin, als aufs Ganze zu gehen. Mit diesem Wissen fällt es mir leichter, mich ans Tempo und neue Distanzen zu wagen. Ich erwarte mit voller Spannung den nächsten Wettkampf, bei dem ich mich endlich verausgaben kann und es nicht an „Organisatorischem“ scheitert. ^^

Offline cbendl

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Antw:Grünesocke läuft
« Antwort #52 am: 28.05.2018, 13:37:23 »
Oje ...
Zu deiner Frage ... ich denke schon, dass es sinnvoll ist, sich an Wettkampfergebnissen zu orientieren ... wenn du "richtige" Wettkampfergebnisse hast ...
Jetzt hast du vermutlich schon das Gros der "unnötigen" Fehler "erledigt", daher bin ich irgendwie zuversichtlich, dass es doch mit einem neuerlichen Anlauf klappen sollte.

Was hältst du vom Sommerlaufcup? Der ist bald genug, dass du schnell Erkenntnisse ziehen solltest, unkompliziert und klein genug, dass du nicht unter den Gedränge leidest oder dem "Event-Charakter" zum Oper fällst und passende Distanzen sollten auch dabei sein ...
hippocampus abdominalis

Offline Grünelaufsocke

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Antw:Grünesocke läuft
« Antwort #53 am: 29.05.2018, 12:56:06 »
Ich tröste mich auch damit, dass ich im Vorfeld alle (un)möglichen Fehler abarbeite, um dann in der Endphase des Trainings den Dreh rauszuhaben und mich von solchen Kinkerlitzchen nicht mehr verunsichern bzw. abzulenken zu lassen. Dann können die "richtigen" Wettkämpfe für mich kommen.  ;D

Den Sommerlaufcup habe ich im Visier, danke nochmal fürs Erinnern.  :) Der klingt im Moment wie die Erfüllung meiner wettkämpferischen Träume.^^

Falls es jemanden interessiert, hier der Mitschnitt vom Sonntag (Zeit stimmt um ein paar Sekunden nicht und auch die Km musste ich nachträglich anpassen). Was mich da überrascht, sind die Spitzen Richtung 4 Minuten, die ich während dem Laufen so gar nicht mitbekommen habe. Sie erklären aber, wie ich trotz meiner Steh-/Gehpausen unter einer Stunde bleiben konnte. Vom Gefühl habe ich mich immer um die 6 Minuten bewegt, aber ja so fühlt es sich an, wenn die Körpermitte mit anderem als mit dem Laufen beschäftigt ist. Den Endspurt unter 4 Minuten hatte ich letztes Jahr bei einem 7,3km Rennen auch drauf.

Offline CobbDouglas

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Antw:Grünesocke läuft
« Antwort #54 am: 29.05.2018, 13:10:50 »
Die Spitzen laut GPS-Messung kannst vergessen, das zeigt nur die GPS-Ungenauigkeit und sonst nix. Würdest wirklich so schwanken würdest das a) spüren, b) am Puls sehen, c) an der Schrittfrequenz/länge merken und d) Dich anspeiben. Kannst ja mal auf der PHA einen markierten 200er Abschnitt in unter 48 Sekunden laufen, dann weißt was der Unterschied ist.

Sommerlaufcup ist super, nur - wie der Name sagt - im Sommer und bekannt für Hitzeschlachten. Die Termine eignen sich daher besser für die Planung von Grillabenden als für Bestzeiten, als Vorbereitungsrennen aber trotzdem schwer zu empfehlen.
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Offline cbendl

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Antw:Grünesocke läuft
« Antwort #55 am: 29.05.2018, 13:14:09 »
Sommerlaufcup ist super, nur - wie der Name sagt - im Sommer und bekannt für Hitzeschlachten. Die Termine eignen sich daher besser für die Planung von Grillabenden als für Bestzeiten, als Vorbereitungsrennen aber trotzdem schwer zu empfehlen.
Startzeit ist aber immerhin schon um 08:30, und Zeit zur Hitzeanpassung war heuer auch schon einigermaßen.  :)
hippocampus abdominalis

Offline Grünelaufsocke

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Antw:Grünesocke läuft
« Antwort #56 am: 29.05.2018, 13:14:44 »
Die Spitzen laut GPS-Messung kannst vergessen, das zeigt nur die GPS-Ungenauigkeit und sonst nix. Würdest wirklich so schwanken würdest das a) spüren, b) am Puls sehen, c) an der Schrittfrequenz/länge merken und d) Dich anspeiben. Kannst ja mal auf der PHA einen markierten 200er Abschnitt in unter 48 Sekunden laufen, dann weißt was der Unterschied ist.


Hm, ja klingt logisch.  ;D Ich glaube, das werde ich mal ausprobieren.

Offline Grünelaufsocke

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Antw:Grünesocke läuft
« Antwort #57 am: 30.05.2018, 23:02:13 »
Ist euch schon aufgefallen, dass die Daten(-auswertung) bei runalyze und einem anderen Server, in meinem Fall Garmin, anders ausfallen? :o Besagte Spitzen um die 4 Minuten bei Runalyze sind bei Garmin Connect zwischen 4'30 und 5'00. Runalyze hat die Daten doch von Garmin, wieso werden die anders dargestellt bzw. interpretiert? :denk:

Offline Grünelaufsocke

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Antw:Grünesocke läuft
« Antwort #58 am: 03.06.2018, 21:53:21 »
Woche 19
56,26 km von 63 km (89 %)
So, diese Woche ging es rund. Ich komme langsam aber sicher meinem idealen Trainingsplan näher und lerne die lauftaugliche Vorbereitung besser in den Griff zu bekommen. Ich weiß jetzt mit Sicherheit, warum mir Rennen im Moment schwerer fallen als in den Jahren davor, als ich definitiv unfitter war. Nur wenn man schnell läuft, kann man auch schnell laufen. Die letzten Wochen sind die schnellen Einheiten zugunsten von langen, langsamen Läufen ins Hintertreffen geraten, was sich nun deutlich zeigt. Ich bin bis letztes Jahr an Wochenkilometer (maximal 30 und das war schon eine Ausnahme) um einiges weniger gelaufen, dafür deutlich schneller. Der Nutzen fürs Marathontraining ist mir klar, doch auf den Unterdistanzen ist es so früh im Training noch frustrierend für mich, wie ich zwar sehe, dass meine Hf sich verbessert, aber keine PBs aufgestellt werden.

Mit nächster Woche beginnen endlich schnelle Einheiten (zB. "hart" was ich mal mit 5' versuche) und ich kann die Defizite im Tempo der letzten Monate aufholen. Ich bin schon so gespannt auf den burgenländischen Frauenlauf, ob ich mich dort (arg) verbessern kann, weil meine Kondition um einiges Besser ist und ich bis dahin das Tempogefühl besser handhaben sollte. Und auch die unnötigen Fehlerchen sollten bis dahin (v.a. auf der Distanz von 7km) der Vergangenheit angehören. Lehrgeld habe ich ja mittlerweile genug gezahlt. Ich werde nun auch jede Woche eine kurze Distanz von ca 5 km in meinem "Wohlfühltempo" laufen, ohne auf die Uhr zu schauen. So sehr ich auch einsehe, wie wichtig lange und langsame Läufe sind, brauche ich auch solche Einheiten, wo ich nicht auf die Uhr, sondern auf meinen Körper höre und ihn nicht auf stumm schalte. Das ist mal mein Resümee dieser Woche, wo ich wieder ein bisschen Blut beim Tempo lecken durfte.  ;D


MO nix
Ich wäre einen Tag nach dem Frauenlauf eigentlich wieder fit gewesen, redete mir aber ins Gewissen und zwang mich dazu, die Füße stillzuhalten.
DI 17 km P = 6'29'', ganz ohne irgendwas unterwegs ab km 10 das erste Mal Wasser getrunken

MI 7,9 km P = 6'31'', inklusive 6 Steigerungen am Ende (Spitze bei 2'48''), im Anschluss 8' ABC

DO 45' Pilates, Schwerpunkt auf Bauch und Beine

FR eigentlich wären hier wieder 17 km geplant gewesen, aber 2 Dinge veranlassten mich zum Improvisieren: Wolf zwischen den Beinen und Blasenbildung an den Füßen. Ich liebe meine Brooks Ghost, aber ich hasse sie auch. Die Schuhe passen sich perfekt der Sohle an, sind dort stark, wo andere Schuhe versagen, aber es besteht eine 50:50 Chance, dass sie (Blut-)Blasen an den großen Zehen verursachen. Im Winter hat es geholfen, einzucremen und zwei Paar Socken zu tragen, bei diesen Temperaturen killt mich das aber. Noch experimentiere ich mit den richtigen Socken herum, die Marke Wrights habe ich schon im Hinterkopf. Dieses Problem lässt mich noch immer zu keiner endgültigen Entscheidung für den Marathonschuh kommen. Die Brooks sind toll, wenn sie funktionieren. Ich muss da nur noch den Dreh rausfinden. Gegen Scheuerwunden an den Schenkeln verwendete ich Vaseline und hätte genauso gut Kleber auftragen können. Nach knappen 14 km wollte ich die Schmerzen an Schenkeln und Füßen nicht mehr in Kauf nehmen und verlegte die zweite Hälfte das Laufes auf später. Wäre es der lange Lauf gewesen, hätte ich die Zähne zusammengebissen, aber so war es mir das nicht wert.
Habe bei dem Lauf auch die Gloriette mitgenommen, weil ich Lust auf die Waldwege dort oben hatte, um dann festzustellen, dass die gesperrt sind.Geworden sind es dann 13,6 km P = 6'41''

Am Abend habe ich die verbleibenden Kilometer nachgeholt, diesmal aber ohne dass mir die Uhr eine Pace vorgegeben hätte, also eben nach (angenehmen) Gefühl. 6,2 km P = 6'19'', inklusive 6 Steigerungen (Spitze 2'46'').

SA nix, da habe ich mich eher auf eine angemessene Ernährung am Vortag konzentriert, was eine große Portion Spaghetti mit Paradeisersugo und Morzarella war.

SO Weil ich das letzte Mal plötzlich mit vollem Magen an der Startlinie stand, nahm ich mir vor, dass mir das heute nicht wieder passiert. Ist es nicht. Das Gegenteil war der Fall.  ::) 4h vor Beginn 3 Scheiben Striezel mit Honig und ca 0,5l Wasser bzw. Fruchtsaft zu mir genommen, 0,33l Wasserflasche mitgenommen und bis zum Start die Hälfte getrunken, 3 (!!) mal am Klo (ein Luxus, den ich bei größeren Veranstaltungen sicher nicht habe) und ja, Blase und Magen waren leer. Und zwar richtig leer. Nach 3 km nahm ich die erste Flüssigkeit in Form von einem isotonischen Getränk zu mir - ich war der Annahme, es handelte sich um Gatorade, was ich vertrage, aber ja es war etwas vollkommen anderes, viel zu salzig und wollte die nächsten zwei Kilometer wieder hochkommen. Danach jeden Kilometer einen Becher Wasser mitgenommen, versuchte die berühmte Schnabeltasse zu formen, scheiterte daran aber gnadenlos und musste deswegen mindestens 2x gehen bzw. stehen, um zu trinken. Den Rest schüttete ich mir über den Kopf. 70% der Strecke, wenn nicht sogar mehr, lagen in der Sonne, also herrschte definitiv Wasserbedarf. Den ersten Kilometer nahm ich zu schnell mit einer Pace etwas unter 5', den zweiten mit etwas über 5', ab dem 3. legte ich dann die "Gehpausen" ein und kam nicht mehr so recht in die Nähe meiner Wunschpace. Das Ende vom Lied sind etwas mehr als 11 km in einer Stunde. Vorgenommen hatte ich mir näher bei den 12 als bei den 11 zu sein. Nächstes Jahr knacke ich dann die 12.  ;D Ich bin Asphaltläuferin, der Schotterboden im Augarten hat mir fürs Tempo überhaupt nicht getaugt, das war auch der erste Lauf auf so einem Untergrund, gestaubt hat es auch wie die Hölle, aber generell fand ich die Veranstaltung toll und obwohl ich tempomäßig im Vergleich zu den Vorjahren oder was ich jetzt anstrebe nicht auf der Höhe war, war das der erste Lauf seit langem, der wirklich Spaß gemacht und mich gefordert hat. Start war um 11:15, die Sonne hat ordentlich runtergebrannt, also richtiges Sommerfeeling.  ;D Mit den Helfern neben der Strecke habe ich während des Laufes auch ein bisschen geschäkert und öfters auch zu meinem Publikum rübergeschrien, um es auf mich aufmerksam zu machen. Also Luft genug zum Reden und Schreien hatte ich noch, was mir dann doch irgendwie zeigt, dass ich noch nicht ganz am Limit war. Mein Durchschnittpuls von 89% spricht auch Bände davon, dass sich das langsame Laufen bezahlt macht, "normalerweise", also vorm Marathontraining, wäre ich da sicher auf Anschlag unterwegs gewesen. Fehlt also nur noch, dass ich mich wieder ans Tempo gewöhne.

Damit ihr wisst, wovon die Rede ist, hier der Mitschnitt des Rennens.

Eigentlich wollte ich heute Abend die noch verbleibenden 7km abstottern, doch der neue SportBH hat mir Scheuerwunden sondergleich zugefügt, dass mir allein beim Gedanken ans Anziehen graust. Einen leichten Sonnenstich scheine ich auch zu haben. Vielleicht schaffe ich es, die 7 km nächste Woche irgendwo reinzuschummeln.  :pfeifer:

Offline Anna

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Antw:Grünesocke läuft
« Antwort #59 am: 05.06.2018, 10:30:42 »
Du hast jetzt noch genug Zeit, weitere Mittel gegen die diversen Negativerscheinungen beim Laufen (Wolf zwischen den Beinen, Blasen,..) zu finden. Versuche es zum Beispiel mit einer Lauftight, die die Reibung verhindern kann, oder Zehenkappen (https://www.amazon.de/Gehwol-1026902-Zehenkappe-Polymer-Gel-Kappe-mittel/dp/B000ORUE1O) gegen die Blutblasen an der großen Zehe.