Autor Thema: Der AppleCakeRunner's Blog  (Gelesen 3783 mal)

Offline AppleCakeRunner

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Antw:Der AppleCakeRunner's Blog
« Antwort #60 am: 06.11.2019, 16:05:57 »
..An der Marathonstartlinie heuer in Linz stand ich dann mit intensiven 8 monatigen Vorbereitungstraining, aber die Trainingslehre der Trainerin sieht eben keine Langenläufe über 2:30 vor.

weisst Du, ob da auch andere Läufer mit Marathonambitionen betreut worden (oder warst Du der einzige?)



Man kann mir durchaus vorwerfen, dass ich bis auf das Laufen alle anderen Themen ougesourcet hatte.


Das war von mir nicht als Vorwurf gedacht - ich fand es nur interessant, dass Du alles , bis auf den Lauf am Tag x , selbst in die Hand nimmst
- Die Betreuerliste ist geheim, ich weiß es daher nicht. Gehe aber davon aus, dass der Trainerkollege schon auch Marathon und Triathlonathleten im Bestand hat.
- Nein ich habe das überhaupt nicht als Vorwurf gesehen. Ich bin nur zur neuen Erkenntnis gekommen, dass es viele Aspekte beim Marathon gibt und ich mir das Wissen selber aneignen möchte. Outgesourcet bleibt derzeit nur die Live-On-Board-Motivation mittels Pacemaker.

Offline AppleCakeRunner

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Antw:Der AppleCakeRunner's Blog
« Antwort #61 am: 06.11.2019, 16:08:24 »
ein Marathon ist je nach Zielzeit ein völlig unterschiedliches Rennen, die Art des Trainings ist immer viel mehr von der geplanten Laufzeit wie der Distanz abhängig. Wenn ich 4 Stunden (+) am Marathon laufen will, werden 2,5 Stunden lange Läufe nicht ausreichen, wenn ich 2:05 am Marathon laufen möchte, werde ich nicht 3 Stunden durch die Gegend schleichen (aber auch nicht, wenn ich 2:05 am HM laufen will).

 :good: :good: :good:
Das ist sowas von richtig.
Und deshalb seh ich das auch oft mit einem weinenden Auge, wenn sich Läufer, deren HM-PB bei deutlich über 2h liegt, diese aber aufgrund noch jungen Trainingsalters aber recht gut verbesserbar wäre, auf den Marathon fokussieren.
Die langen Läufe sind dann schnell mal 3,5h lang - und zwar ohne (!) nennenswert Kilometer zu machen. Da sind deutlich positive Splits am Marathon und die damit verbundene Frustration fast schon vorprogrammiert.
Wenn die 2h-Marke am HM in diesem Leben realistisch erreichbar ist, dann macht es viel mehr Sinn und Freude, da erstmal draufhin zu trainieren und danach erst auf den Marathon zu fokussieren. Geht es vielleicht sogar Richtung 1:45h oder 1:30h wird der Marathon einfach immer "kürzer", also man ist solider vorbereitet, die langen Läufe sind von der Dauer her kürzer und von der Distanz aber länger. Die Wahrscheinlichkeit, seine HM-Leistungsfähigkeit auf den Marathon umlegen zu können, steigt enorm.
2,5h als längste Läufe sind in der unmittelbaren Marathonvorbereitung für einen 2,5h+-Marathonläufer eher sehr knapp bemessen, finde ich. Aber natürlich reduziert sich die Verletzungswahrscheinlichkeit im Training und die Regenerationszeit verkürzt sich. Ich sehe es halt als viel, viel schwieriger an, den Bewerb selbst dann gut ins Ziel zu bringen.
Meine HM-PB seit dem LCC Herbstmarathon 2019 liegt bei 1:49 und mit entsprechender Vorbereitung sehe ich ein deutliches Potential den Marathon deutlich unter 4 zu laufen. Die Longjogs sehe ich derzeit bei der 3 Stunden bzw. 30 Kilometer Marke, aber vielleicht ändere ich noch meine Meinung. Bis die kommen, habe ich ja noch Zeit ;-)

Offline AppleCakeRunner

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Antw:Der AppleCakeRunner's Blog
« Antwort #62 am: 06.11.2019, 16:12:38 »
Mit "Qualitätslauf" sind hier wohl die Q-Einheiten von Daniels gemeint - zumeist diverse Intervalle bzw. auch der LaLa in den Marathonplänen wenn ich mich recht erinnere.
Ja für jede Laufeinheit muss es ein definiertes Ziel geben. Die Wortwahl Q1 bis Q3 kommt grundsätzlich von Daniels, allerdings kann ich nicht danach trainieren, weil die Longjogs dann super kurz sind. Bei Daniels sollte man schon locker weit über 100 Kilometer die Woche schaffen, damit das Prinzip von ihm einen Sinn hat; so sehe ich das zumindest.
Meine Auslegung von Q1 bis Q3 sind die Qualitätsläufe wo ich ein spezielles Ziel verfolge, was nicht immer zur Freude beitragen muss. Also Hügellauf, INtervalle, Tempodauerlauf oder Langerlauf. Die anderen Läufe sind lockere Dauerläufe - Sinn und Zweck ist das Kilometersammeln ohne den Körper zu belasten.  Die Q-Läufe sind im Kalender fixiert und nicht veränderbar: Also Trainingsänderung oder zeitliche Veränderung. Die lockeren Dauerläufe sind verschiebbar (Abend gegen Morgen, oder beides Mal weil es der Kalender so vorgibt. So gesehen sind die Dauerläufe auch wichtig, aber da bin ich zeitlich flexibel und das nimmt den Streß aus dem Trainingskalender gewaltig raus.

Offline ambergimwald

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« Antwort #63 am: 06.11.2019, 20:24:41 »
keine Läufe im Marathontempo? seltsam, gerade die haben bei mir immer am besten funktionert

Offline mister

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« Antwort #64 am: 06.11.2019, 20:51:30 »
keine Läufe im Marathontempo? seltsam, gerade die haben bei mir immer am besten funktionert
:good:
Und lange Läufe mit Endbeschleunigung

Offline KITTY

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Antw:Der AppleCakeRunner's Blog
« Antwort #65 am: 06.11.2019, 21:43:22 »
keine Läufe im Marathontempo? seltsam, gerade die haben bei mir immer am besten funktionert
:good:
Und lange Läufe mit Endbeschleunigung
Das sind richtig geile Einheiten ;)
lg
peter

Offline ambergimwald

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« Antwort #66 am: 07.11.2019, 05:55:00 »
ja, die 35er mit Endbeschleunigung tun richtig weh - und grad bei der 15er EB erlebt man die Zustände, die einen im Marathon erwarten können, innerhalb kurzer Zeit  :beifall:




Ich würd es einfach als weiteren Ansatzpunkt, neben der Verlängerung der langen Läufe, mit auf die Liste setzen



EDIT:
noch etwas ist mir eingefallen: die langsamen Einheiten wirklich langsam und locker laufen, die schnelleren dafür richtig schnell - viele (auch ich) tendieren dazu, wenn es grad ein guter Tag ist oder es einfach läuft, die lockeren Einheiten deutlich zu schnell zu laufen ( ich weiss aber nicht, wie diszipliniert Du dabei bist/warst)
« Letzte Änderung: 07.11.2019, 05:57:18 von ambergimwald »

Offline AppleCakeRunner

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« Antwort #67 am: 08.11.2019, 07:47:38 »
Die Endbeschleunigung habe ich mir mal angesehen. Das klingt eigentlich ziemlich hart. Meiner Meinung nach, sollte man vor dem Beginn der Endbeschleunigung schon aber einen ziemlich gut ausgeprägten Sockel haben. Vielleicht 5 - 7 Longjogs mit je 3 Stunden oder 30 Kilometer? Vielleicht noch mehr Longjogs??
Wenn ich das richtig verstanden habe, ist die Endbeschleunigung auf den Tag X ausgerichtet, und da habe ich ja noch ausreichend Zeit. Das enstpannt mich dann gleich wieder.

Offline Ulrich

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« Antwort #68 am: 08.11.2019, 08:02:09 »
Ja, die EB ist eine sehr formgebende Einheit. Damit feilt man die Form Richtung Marathon gut hin
Weil 42 die Antwort ist und 130 der Sinn

Offline ambergimwald

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« Antwort #69 am: 08.11.2019, 08:38:52 »
Meiner Meinung nach, sollte man vor dem Beginn der Endbeschleunigung schon aber einen ziemlich gut ausgeprägten Sockel haben. Vielleicht 5 - 7 Longjogs mit je 3 Stunden oder 30 Kilometer? Vielleicht noch mehr Longjogs??


die langen Läufe mit EB sind aus der direkten Marathonvorbereitung, dh die lässt man davor weg - es schadet aber sicher nicht, sich davor in Etappen an die 35km heranzutasten. Es tut einfach gut, wenn man weiss, dass man die Distanz laufen kann


Ausgehend von einem Beginn bei 25km kannst Du ja alle 2 Wochen den langen Lauf verlängern, also zB 25-28-30-32-35

Offline AppleCakeRunner

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« Antwort #70 am: 08.11.2019, 09:14:49 »
Meiner Meinung nach, sollte man vor dem Beginn der Endbeschleunigung schon aber einen ziemlich gut ausgeprägten Sockel haben. Vielleicht 5 - 7 Longjogs mit je 3 Stunden oder 30 Kilometer? Vielleicht noch mehr Longjogs??


die langen Läufe mit EB sind aus der direkten Marathonvorbereitung, dh die lässt man davor weg - es schadet aber sicher nicht, sich davor in Etappen an die 35km heranzutasten. Es tut einfach gut, wenn man weiss, dass man die Distanz laufen kann


Ausgehend von einem Beginn bei 25km kannst Du ja alle 2 Wochen den langen Lauf verlängern, also zB 25-28-30-32-35
Mein Ausgangsniveau ist absichtlich niedriger und wird wöchentlich dann um 2km erhöht, solange der Longjog mit einem Negativsplit im Grundlagenbereich absolviert werden konnte. Der wöchentliche Anstieg dürfte daher mal für einige Wochen möglich sein.

Offline ambergimwald

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« Antwort #71 am: 08.11.2019, 10:41:06 »
warum im Negativsplit?
um wieviel wäre die 2.Hälfte schneller zu laufen als die 1.?

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« Antwort #72 am: 08.11.2019, 12:37:17 »
warum im Negativsplit?
um wieviel wäre die 2.Hälfte schneller zu laufen als die 1.?
Wenn die zweite Hälfte schneller ist als die erste obwohl ich Beide im Grundlagenbereich gelaufen bin, dann ist das für mich ein Indiz, dass ich doch deutlich hätte läner laufen können. Ob jetzt 1 oder 4 Minuten finde ich jetzt nicht so wichtig. Ich weiß, wenn ich nächstes Mal 2 Kilometer draufsetzte, dann komme ich wieder zum Startpunkt zurück und bin nicht im Wald oder Donauinsel Süd verloren gegangen; ein beruhigendes Gefühl.
Wenn die zweite Hälfte deutlich langsamer war, dann kann mein Körper momentan nicht mehr (Nahrungsaufnahme ist derzeit kein Thema) oder ich war auf der ersten Hälfte zu schnell. Der Übermut tut selten gut. Also nächste Woche gleiche Distanz und dann schaue ich wie es mir geht.

Insgesamt zählt das natürlich nur bei den 3 Longjongs-Stammstrecken. Wenn ich berufich unterwegs bin ist das Thema dann schon um einiges Komplexer, weil ja dann die Höhenmeter und das unbekannte Revier zu berücksichtigen sind.

Offline ambergimwald

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« Antwort #73 am: 08.11.2019, 14:43:49 »
Wenn die zweite Hälfte schneller ist als die erste obwohl ich Beide im Grundlagenbereich gelaufen bin, dann ist das für mich ein Indiz, dass ich doch deutlich hätte läner laufen können. Ob jetzt 1 oder 4 Minuten finde ich jetzt nicht so wichtig.


ich denke, das ist bestenfalls ein Beweis dafür, dass Dein Grundlagenbereich nicht zu schnell gewählt ist

Offline AppleCakeRunner

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« Antwort #74 am: 08.11.2019, 15:59:04 »
Wenn die zweite Hälfte schneller ist als die erste obwohl ich Beide im Grundlagenbereich gelaufen bin, dann ist das für mich ein Indiz, dass ich doch deutlich hätte läner laufen können. Ob jetzt 1 oder 4 Minuten finde ich jetzt nicht so wichtig.


ich denke, das ist bestenfalls ein Beweis dafür, dass Dein Grundlagenbereich nicht zu schnell gewählt ist

Meine Pulsbereiche kenne ich, trotzdem bin ich manchmal verleitet am Anfang zu schnell loszulaufen. Der Grund ist einfach, "heute" rollt es doch so gut. Ein Longjog ist für mich ein Fettstoffwechseltrainingslauf und da sollte man dann schon im GAT1 bleiben; in der Phase der Konsolidierung und in der Phase des Grundlagentrainings wo ich keine Endbeschleunigungen vornehmen werde. Zweitens ist es nicht so lustig, wenn man auf der zweiten Hälfte entweder eingeht oder daheim am nächsten Tag völlig platt ist. Somit ist das für mich ein Lösungsweg um kontinuierlich mein Grundlagentraining auszubauen und gleichzeitig die Freude am Laufen zu erhalten. Sicher ist auch, dass es schnellere Methoden bestimmt gibt. Gottseidank ist ja nicht jeder Läufer gleich ;-)