Autor Thema: 2009-01-18 Eisbärlauf I - pankreas  (Gelesen 192 mal)

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2009-01-18 Eisbärlauf I - pankreas
« am: 18.01.2009, 00:00:00 »
Datum: 2009-01-18
Event: Eisbärlauf I
Distanz: 21.097 km

Ersteller: pankreas

Offline pankreas

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2009-01-18 Eisbärlauf I - pankreas
« Antwort #1 am: 18.01.2009, 00:00:00 »
Ein Eisbär zum Einstieg

[color="#005152"]Danke für die Glückwünsche zum Abschneiden dieses meines ersten Halbmarathons und danke Ulrich für das Ermuntern, diesen Beitrag zu schreiben. Neu in diesem Forum und überhaupt auch neu in Laufschuhen stelle ich fest, dass die meisten hier mehr Wettkampf-Kilometer haben als ich Trainingskilometer. Dieser Bericht hat weniger den „Eisbär 1“ zum Thema als mein erstes HM-Erlebnis.

Mein erster Laufbewerb war der LCC-Wien Herbstlauf 2008 über 7 Kilometer, den ich in 33:18 lief. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich 23 Trainingskilometer in den Beinen und eine Karriere von 20 Jahren no-sports hinter mir. Eine schwere Krankheit Anfang 2008 erwirkte, dass ich in der schlimmsten Phase nur 100 Meter gehen(!) konnte. Wenn jetzt von 1:45:27 die Rede ist, so klingt das für viele langjährige Läufer unglaublich. Meine einfache Erklärung: ich bin gesund, fühle mich gesund und wiege fettfreie 64 Kilo bei 1,85.[/color]

Jetzt aber zu meinem Erlebnis. Mein Ziel war es, 1:55:00 zu laufen. Im Training lief ich ein einziges Mal diese Distanz und dann bei mittlerem Puls in 2:05:00. Die 1:45:27 waren jedoch keineswegs ein Spaziergang. Ich bin überrascht, wie schwer mir die letzten drei Kilometer fielen. Unglaublich viel dazugelernt hatte ich, sodass ich den nächsten HM ganz anders angehen werde. Der Reihe nach.

Aufgrund meiner Krankheit muss ich stets sehr viel essen um nicht abzunehmen. In der Woche vor dem Lauf tat ich das offensichtlich nicht ausreichend, denn am Morgen hatte ich nur 63 Kilo. Super vom Leistungsgewicht, doch ging meinen Batterien, wie sich zeigen sollte, der Saft aus. Nach dem Lauf war ich für Stunden bleich im Gesicht und musste Unmengen essen um wieder regeneriert zu sein. Am Start wusste ich davon noch nichts und so war einmal alles recht locker, die ersten zwei der drei Runden zumindest.

Fehler Nummer zwei war meine Bekleidung. Es hatte zwischen null und minus drei Grad. Unter meiner langen Laufhose hatte ich zwei lange Unterhosen, oben hatte ich gar eine Schicht mehr. Stirnband und drüber Haube war okay. Die Wollhandschuhe wollte ich nach 4 Kilometern am liebsten in den Wald schmeißen. Hitzestau in den Händen! Besser als rote Finger, dachte ich.

Fehler Nummer drei: ich trank erst als es wohl zu spät war, bei Kilometer Nummer 14. Zu dieser Zeit hatte ich schon einen guten Liter verschwitzt.

Abgesehen von den Fehlern freue ich mich sehr über das Funktionieren meines Körpers. Ich lief wie ein Uhrwerk 5:00 am Kilometer, von Anfang bis Ende. Mein Puls war bei 180 konstant, keine Beinschmerzen, keine Atemnot, kein Seitenstechen.

Das milde Schneetreiben kam immer wieder, der Boden war nie rutschig. Da es mir mächtig heiß war, erinnerte mich nichts an Winter oder gar an Eisbären. Im Training – insgesamt waren es 300 Kilometer (seit September 08) – hatte ich stets dieses sagenhafte Gefühl, endlos laufen zu können. Ich war bereit, jederzeit einen Marathon zu laufen. Nun aber sollte ich einen Dämpfer bekommen.

Dachte ich noch nach den ersten 7 Kilometern – Durchgangszeit exakt 35:00 – locker 6 Runden in diesem Tempo zu laufen, sah ich die Welt nach 17 oder 18 Kilometern völlig anders. Eine Erklärung dafür habe ich noch nicht. Die Geschwindigkeit blieb gleich, der Puls sank und es war mir unmöglich schneller zu laufen. Den Herbstlauf und auch den Silvesterlauf lief ich mit 187 Puls im Mittel und jetzt schaffte ich keine 181. Die Beine waren nicht schwer, die Lunge nicht am Ende und trotzdem konnte ich kein bisschen schneller laufen.

Ein sehr netter, erfahrener Läufer, der seit dem 13. Kilometer mit mir lief verabschiedete sich kurz nach der letzten Wende von mir. Gerne wäre ich mitgelaufen. Zwar wurde ich nicht langsamer, doch lief ich gegen eine Wand, die sich mit einer Geschwindigkeit von 5:00 Minuten je Kilometer beharrlich vor mir herschob. 1:55:00 hatte ich vor, jetzt, in der Endphase wollte ich 1:45:00, nur so zum Spaß, um verwundert über mich, kopfschüttelnd heim fahren zu können. Dieses neue Ziel erreichte ich knapp nicht. Super happy mit meiner Leistung!!

Schnell kippte ich mir noch einen Tee rein und aß zwei Haselnussschnitten, dann gab ich die Startnummer zurück und trabte zur U-Bahn. Fehler Nummer vier: ich hätte mir etwas zum Umziehen mitnehmen sollen oder zumindest eine Jacke. Jetzt war es mir aufgrund der Durchschwitztheit recht kalt. U2 und U1 und daheim war ich. Am 15.2.09 bin ich wieder dabei. Dann aber wirklich unter 1:45:00. Sollte ich dann wieder 10 Minuten schneller sein, wechsle ich demnächst in den Olympia-Kader…
Warum laufen Nasen, während Füße riechen?

Online Ulrich

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2009-01-18 Eisbärlauf I - pankreas
« Antwort #2 am: 19.01.2009, 20:24:13 »
Bravo Guido! Eine spannende Story zu einem tollen Lauf! Kannst stolz auf deinen Eisbären sein!
Weil 42 die Antwort ist und 130 der Sinn

Offline heitzko

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2009-01-18 Eisbärlauf I - pankreas
« Antwort #3 am: 20.01.2009, 11:34:27 »

eine tolle leistung hast du da vollbracht!!! mit ein bisserl leichterer bekleidung werden es dann sicher locker 1:40 :)!

Offline sunshine

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2009-01-18 Eisbärlauf I - pankreas
« Antwort #4 am: 20.01.2009, 14:29:07 »
Bravo!! Gratuliere zu dieser tollen Leistung!
Mach Dir keine großen Sorgen, Deine Batterien waren einfach leer und so gings halt nicht mehr schneller. Und jetzt hast Du ja bei einem einzigen Wettkampf schon sooviele Erfahrungen gemacht. :-)
Nimm Dir einen Energieriegel zum Laufen mit, kannst ja im Training ausprobieren.
Alles Gute! keep on running :-)
Die Sonne ist in uns :-)

Offline elisabeth

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2009-01-18 Eisbärlauf I - pankreas
« Antwort #5 am: 20.01.2009, 20:40:57 »
Na super! 300 Trainingskilometer seit Sep. 08, zu warm angezogen, der erste Halbmarathon und du läufst 1:45:xx---und ich hupfe, wenn ich nach jahrelangem Training 1:50 schaffe! Kilomäßig wären wir ja ähnlich, nur bin ich 20 cm kleiner...:):):):)
SUPER LEISTUNG!!! GRATULIERE! Kannst echt stolz auf dich sein!
Wünsche dir noch viele so schöne Lauferlebnisse!

Offline Gantenbein

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2009-01-18 Eisbärlauf I - pankreas
« Antwort #6 am: 20.01.2009, 22:07:01 »
Du bist wohl ein Ausdauertalent, Gratulation zu deinem ersten Halbmarathon...bin ja schon gespannt was du die nächste Zeit noch zu bieten hast...:)
Füllkilometer können mir gestohlen bleiben !

Offline bayerlw

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2009-01-18 Eisbärlauf I - pankreas
« Antwort #7 am: 23.01.2009, 17:40:07 »
Gratulation, tolle Leistung!
Pass nur auf, dass sich nicht alle bei Dir anhängen und in Deinem Windschatten zu neuen Rekorden aufbrechen.

Ich würde mich freuen, wenn man am 15.2.09 ein wenig plaudern kann
Walter

„Müde macht uns die Arbeit, die wir liegen lassen, nicht die, die wir tun.“
-- Marie von Ebner-Eschenbach