Autor Thema: 2010-05-02 Europa Marathon - KITTY  (Gelesen 149 mal)

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2010-05-02 Europa Marathon - KITTY
« am: 02.05.2010, 00:00:00 »
Datum: 2010-05-02
Event: Europa Marathon
Distanz: 42.195 km

Ersteller: KITTY

Offline KITTY

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2010-05-02 Europa Marathon - KITTY
« Antwort #1 am: 02.05.2010, 00:00:00 »
Wieder mal ein Italiener!

Letzten Sonntag war es wieder mal so weit. Der bereits 4.te Marathon in diesem Jahr stand auf dem Programm. Nach einer ruhigen Fahrt kommen wir am frühen Nachmittag im Schloss Miramare das ca 7 KM vor Triest liegt an. Nach einer ausführlichen Besichtigung des Habsburger Schlosses einst Heimstatt Kaiser Maximilian I. von Mexiko, dem einzigen Kaiser, den Mexiko je hatte, geht es rein nach Triest. Nach Bezug des Hotel machen wir uns sogleich auf zur Marathon-Expo an der Molo dei Bersaglieri, wenige hundert Meter vom Hauptbahnhof entfernt und direkt am Meer. Alles geht reibungslos und perfekt über die Bühne und mit einem tollen Rennpackage unter dem Arm geht es zum Zelt wo die Nudeln gekocht werden. Normalerweise gibt es die Nudeln erst am Renntag, doch ich bekomme von der feschen Italienerin eine Ausnahmegenehmigung und darf schon am Vortag mit dem Gutschein der im Rennpackerl sich befand die Pasta verdrücken.

Nach Verzerr der leckeren Pasta und einem Getränk geht es nur wenige Meter zur Piazza d’ Unita, der einzige Stadtplatz der Welt mit direktem Meeranschluss dient gleichzeitig als Zielankunft. Eifrige Hände bereiten alles für morgen vor.

Sonntag, 02.05:

Um zum Marathonstart zu gelangen werden die gesamten Läufer in das 42 KM entfernte historischen Städtchen Gradisca (Provinz Gorizia) verfrachtet. Das geht absolut professionell vonstatten und überpünktlich 5 Minuten vor der Zeit sitze ich schon im Bus der sogleich auch die lange Anreise zum Marathonstart losfährt.

Dort habe ich Gelegenheit mein Frühstück einzunehmen, weil das Hotel nicht in der Lage war trotzt Versprechungen vom Vortag den Frühstücksraum für die Marathonläufer um 06:00 Uhr aufzusperren. Um 07:00 Uhr fuhren ja die Busse Richtung Marathonstart los. Das war wirklich sehr ärgerlich darauf zu beharren das der Frühstücksraum ohne Ausnahme erst um 07.00 Uhr aufgesperrt wird. In Eigeniniative gelang es mir mit anderen Läufern doch das Buffet zu stürmen und wenigsten ein paar Brötchen in die Jacke einzustecken und ein paar Schluck Tee bzw. Kaffee zu ergattern.
Um ca 07:40 kommen wir im Startgelände an und ich habe genügend Zeit mich entsprechend Vorzubereiten.


Marathonstrecke:
Die Marathonstrecke ist ein Punkt zu Punkt–Kurs mit Start um  9 Uhr. Pünktlich fällt der Startschuss und der Hubschrauber über uns sorgt für mächtige Windverfrachtungen. Nach einer Ehrenrunde durch das historische Gradisca geht es hinaus aus dem idyllischem Städtchen.  
Einsam ziehen wir umrahmt von viel Grün, Buschwerk und groben Asphalt auf einen flachen Kurs nur durch eine Eisenbahnbrücke als einzige Steigung in die Orte Redipuglia, Ronchi und Legionari. Vorbei geht’s am monumentalen Friedhofsdenkmal für die Gefallenen des 1. Weltkrieges. Mittlerweile wird die Hafenstadt Monfalcone erreicht. Einsame Industriegebiete sorgen für wenig Abwechslung. Zuschauer sind gar nicht vorhanden und wenn doch dann nur rein Zufällig.
Dementsprechend ist auch die Stimmung. Gerade jetzt, wo es - wie auf dem Plan ersichtlich - erstmals bergauf geht. Drei knackige, langgezogene Steigungen weist das Höhenprofil auf
Wir laufen in das Örtchen Duino und zum ersten Mal auf dieser Strecke kann ich mein geliebtes Meerpanorama kurz genießen. Das Meer empfängt uns mit traumhafter, fast kitschiger Aussicht.
Doch es geht noch weiter rauf. Die dritte und letzte Steigung ist ganz besonders giftig, wellenartig, ca. 2 Kilometer lang. Ich bin leicht nervös weil mein Vorhaben in 3:23:30 zu finishen immer schwerer zu erreichen ist. Im Kopf habe ich schon meinen Notfallplan von 3:26. Die verfluchten lang gezogenen giftigen Steigungen kosten mich einiges an Zeit. Ich bleibe aber trotzdem cool und versuche nicht zu überdrehen und den Puls im unteren Bereich zu halten. Endlich kurz nach dem 25 KM Schild hören die Steigungen auf. Ab jetzt ist die Strecke leicht abfallend, Schnellstraße SS 14, Meerblick, mit Buschwerk versetzt, der leichte Gegenwind der mich 42 KM begleiten wird sorgt für ein bisserl Kühlung denn mittlerweile ist es doch schon sehr warm geworden, ca 19 Grad.
Ein HM Teilnehmer nach dem anderen wird geschluckt und ich komme immer besser ins Rollen. Das Habsburger Schloss lasse ich rechter Hand liegen und wir kommen die Vorstadt von Triest. Doch meine Hoffnung hier in Triest etwas mehr Stimmung erleben zu dürfen werde zu nichte gemacht. Man sieht zwar ein Haufen Leute aber keiner feuert an. Ich werde immer schneller und schneller obwohl es jetzt seit KM 35 gaaaanz leicht wieder bergauf geht und ich bin nicht bereit langsamer zu werden da die mittlerweilen dichten Wolken ziemlich bedrohlich ausschauen.
Links einbiegen und die Piazza d’ Unita mit ihren prächtigen „Ringstraßenpalais“ empfängt mich mit Gänsehautfeeling als ich mit 3:19 irgendwas durchgelaufen bin. Bin damit sehr zufrieden. Habe in der zweiten Hälfte trotzt den giftigen Anstiegen einen Negativsplit von fast 3 Minuten geschafft. Kaum im Ziel die Medaille empfangen fängt es schon zum Regnen an und ich verziehe mich in das wenige Fußminuten entfernte Hotel zum Duschen zurück.

Als quasi Regeneration starten wir am Nachmittag zu Grotta Gigante (größte Tropfsteinhöhle Europas) wo ich ganze 500  Stufen zuerst runter, danach wieder 500 Stufen rauf marschieren darf.
Nach der doch recht anstrengenden Stiegensteigerei beginnen wir die lange Fahrt nach OÖ weil ich am Montag morgen wieder im Büro sein muß.
Fazit: Punkt zu Punkt-Kurs von Gradisca nach Trieste inkl. Autobustransfer, sehr üppiges Startpacket mit Funktions T-shirt, Pasta, Caffe usw. Perfekt organisiert, bis ins kleinste Detail wird alles perfekt durchgedacht. Ab KM 19 geht es fast ohne Unterbrechung bis KM 26 bergauf. Bei Hitze alles andere als lustig. Danach leicht abfallend. Wer den Meerblick bei einem Marathon genießen kann sollte unbedingt hier starten. Ab dem höchsten Punkt der Srecke läuft man einfach genial traumhaft immer dem Meer entlang. Imposanter Zieleinlauf. Ich kann mir gut vorstellen trotzt schwerer Strecke hier wieder mal an den Start zu gehen. Noch dazu wo das Startgeld "nur" 30 Euro gekostet hat.






lg
peter

Offline Ulrich

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2010-05-02 Europa Marathon - KITTY
« Antwort #2 am: 03.05.2010, 14:27:29 »
mir ist ja schleiereulenhaft, wie Du es schaffst, in so kurzen Abständen solche Zeiten zu rennen, aber sei´s drum. Bravo! Die Zeit hast eh noch nicht stehen gehabt ;)
Weil 42 die Antwort ist und 130 der Sinn

Offline heitzko

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2010-05-02 Europa Marathon - KITTY
« Antwort #3 am: 03.05.2010, 14:36:56 »
ah wieder ein marathon abgehackt auf deiner liste, fleißigster marathonläufer des forums :). trotz ohne wirklichem frühstück hast du es geschafft und toll bewältigt :)! bravo!

Offline StefanM

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2010-05-02 Europa Marathon - KITTY
« Antwort #4 am: 03.05.2010, 16:43:09 »
Jö, da werden Erinnerungen wach, inklusive (anfänglicher) Frühstücksverweigerung! Wir wurden damals von der Rezeption aufgefordert, uns alle einzeln zu beschweren, damit die Geschäftsführung nachgibt, was letztendlich gefruchtet hat.
Hab mir beim Lesen schon gedacht, dass du angesichts des leichteren zweiten Streckenteils (war 2007 noch die erste Marathonhälfte) deine Zeit schaffen wirst, 3 Minuten schneller ist aber schon super!

Grotta Gigante zur Regeneration ist eine grandiose Idee! ;)

Offline JM

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2010-05-02 Europa Marathon - KITTY
« Antwort #5 am: 03.05.2010, 21:18:10 »
super Peter, ich hoffe nur du kannst es noch ein wenig genießen. Klingt ja fast schon (zu) nach Routine ;)
Italiener sind auf jeden Fall keine Frühaufsteher, das habe ich selber beim Venedigmarathon schon mal erfahren müssen :)
When your life flashes before your eyes, make sure you’ve got plenty to watch

Offline Conny

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2010-05-02 Europa Marathon - KITTY
« Antwort #6 am: 04.05.2010, 20:50:12 »
und wieder eine tolle Leistung, freu mich schon auf die Fortsetzung...
Glückwunsch!

Offline Richy

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2010-05-02 Europa Marathon - KITTY
« Antwort #7 am: 05.05.2010, 01:06:03 »
Der Peter läuft und läuft und läuft.
Dabei läuft ihm nicht mal die Zeit davon.
Bin schon auf Salzburg gespannt, wie es Dir dort ergeht. Man liest ja bald mal wieder hier ;)