Autor Thema: 2011-10-01 12h Lauf von L.E. - run4fun  (Gelesen 249 mal)

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2011-10-01 12h Lauf von L.E. - run4fun
« am: 01.10.2011, 00:00:00 »
Datum: 2011-10-01
Event: 12h Lauf von L.E.
Distanz: 103.000 km

Ersteller: run4fun

Offline run4fun

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2011-10-01 12h Lauf von L.E. - run4fun
« Antwort #1 am: 01.10.2011, 00:00:00 »
I did it !

Eine ideale Location für einen Stundenlauf.
Gelaufen wird auf einem Rundkurs um den See (Seeschlacht) mit genau 1km Länge. Das hat den Vorteil, dass die gelaufenen km rasch mit der Rundenanzahl gerechnet werden können.
Einziger kleiner Nachteil: 60m müssen auf der Wiese gelaufen werden. Dieser sehr unebene Teil war, wie sich dann herausstellen sollte, in der Dunkelheit nicht optimal.

Aber was trieb mich dazu bei einem 12h Lauf mitzumachen? Ende letzten Jahres meldete ich mich für den Two Oceans Marathon an. Mein erster Ultra mit 56km. Faszination über die Marathondistanz hinaus. Das gefiel mir so gut, dass ich mehr wollte. Das Abenteuer 12h Lauf sollte für mich eine neue Erfahrung und Herausforderung werden. Mein zeitlich bisher längster Lauf war heuer ein 6h-Lauf Ende Juli in Wildon, bei dem es mir aber nicht sehr gut ging.
Den Grundstein zur Anmeldung in L.E. wurde aber sicher durch den Forumsbeitrag von „superzogi“ gelegt, der mein Interesse geweckt hatte. Fix angemeldet wurde aber dann erst Ende August, nachdem ich 2 Trainingseinheiten an einem Wochenende mit je 40km problemlos bewältigen konnte. 2 Wochen vor dem Rennen gab es noch eine Formüberprüfung mit dem 50km Lauf in Steyr und anschließendem Wachaumarathon.

Das Abholen der Start-Unterlagen am Vortag des Wettkampfes habe ich gleich damit verbunden, mir die Umgebung anzusehen und mein Zelt auf einem eigens dafür vorgesehenen Areal neben der Strecke aufzustellen. Leider wurde es mir nicht erlaubt, das Zelt direkt neben der Laufstrecke aufzustellen, was das Holen der Eigenverpflegung gestört hat und ich manchmal den Rhythmus beim Laufen verlor.

Start war um 08:00 Uhr, besser wäre 7 Uhr gewesen, dann hätte man sich wahrscheinlich die Fackeln am Abend erspart, die sowieso kaum brannten (schlechte Qualität).
Der Start selbst war ein wenig konfus. Es standen kurz vor 8 Uhr kaum Läufer bei der Startlinie, als plötzlich von 10 runtergezählt wurde. Erst jetzt bemerkten die meisten, dass es nun tatsächlich losging. Na ja, ist es eben ein fliegender Start geworden ;-).

Das Wetter war in der Früh angenehm, um die Mittagszeit und am Nachmittag war es sehr warm, was den meisten Läufern sicherlich zugesetzt hatte.

Mein Puls war von Beginn an erhöht. Mit vorgenommenen max. 115 zu laufen ging sich nicht aus. Unterste Grenze waren 125. War es die Aufregung, Nervosität oder die hohen Temperaturen?  Schon am Vortag hatte ich gemerkt, dass ich den ganzen Tag lang angespannt war und mich kaum entspannen konnte. Das hat mich sicher ein wenig unsicher gemacht.

Die ersten 3 Stunden vergingen ohne nennenswerte Ereignisse über die Bühne. Mein Vorhaben pro Stunde zwischen 9 und 10km zu laufen konnte ich noch problemlos erfüllen. Brav nahm ich regelmäßig Flüssigkeit und Nahrung zu mir. Zu jeder vollen Stunde hörte ich gespannt dem Platzsprecher zu, der die Zwischenstände verkündete. Demnach lag ich bis zur Mittagszeit an 5. Stelle. Immer wieder sagte ich mir: „der Tag ist noch lang und es kann noch so viel passieren“.

Ab der Mittagszeit brannte die Sonne schon sehr kräftig runter. Abkühlen und erfrischen konnte man sich lediglich mit den mit Wasser gefüllten Bechern am Verpflegungsstand, da die Organisatoren an einen Trog mit Wasser und Schwämme nicht gedacht hatten. Nach mehrmaligem Reklamieren wurde dann doch eine kleine Wanne mit einem Handtuch bereitgestellt.
Wie gesagt, die hohen Temperaturen hatten es in sich. Da spürte ich und wahrscheinlich auch die anderen den Leistungsverlust schon sehr. Und tatsächlich beobachtete ich, dass 2 Läufer ihre schnellen Anfangsrundenzeiten nicht mehr halten konnten und kontinuierlich langsamer wurden. Noch überraschter war ich, als mein Name bei der Bekanntgabe der Zwischenstände plötzlich an Position 3 genannt wurde und ich gegenüber dem Vierten Platz 4 Runden Vorsprung hatte. Dieser Motivationsschub tat mir gut und ließ die Hoffnung aufleben, einen guten Polster für den Rest des Rennens zu haben.

Immer wieder rechnete ich nach, wie viele Stunden noch bis zum Laufende zu bewältigen sind. Mit der Zeit wusste ich dann schon auch, wer meine Gegner vor und hinter mir waren und beobachtet diese, um den 3. Platz abzusichern. Anscheinend war ich mit dieser Position zufrieden.
Sehr schön war es dem Large Team „World Harmony Runners“ von den Sri Chinmoys zuzusehen, die ihre Runden treu mit einer Fackel in der Hand zurücklegten. Jedes Mal, wenn man von diesen Herren und Damen überrundet wurde kam einem der typische Gestank dieser Brennspiritusfackeln in die Nase. Es ist beeindruckend,  dass diese Gruppe Hitze der Fackel und Geruch so lange aushielten.

Drei Stunden vor Laufende machte ich mir dann schon langsam Gedanken, dass die 100km Grenze in greifbarer Nähe waren. Das gab mir einen erneuten Motivationskick. Außerdem wurden die Temperaturen ab 17 Uhr auch wieder erträglich.
In der letzten Stunde gab ich sogar nochmals richtig Gas, da die Freude den 100er zu erreichen und von den Zuschauern bejubelt zu werden, sehr groß war.
5-6 Runden lief ich daher in einem für mich in diesem Zustand ungewöhnlich hohem Tempo. Das Erreichen der 100km Marke erzeugte bei mir Gänsehaut Feeling und Adrenalinschub pur. Da mir dieser Erfolg genügte, lief ich die letzten 2 Runden gemütlich aus. Der Vorsprung zu meinen Verfolgern war groß genug um den dritten Platz abzusichern.
Wie schon erwähnt, wurden 60m auf einer Wiese gelaufen. Leider konnten in der letzten Stunde - es war schon sehr dunkel - die wenigen und zum größten Teil nicht funktionierenden Fackeln gerade auf diesem unebenen Stück nicht genügend Leuchtkraft geben. Das hat zumindest bei mir immer wieder ein mulmiges Gefühl ausgelöst. Einige Male wurde daher von mir diese Teilstück aus Sicherheitsgründen gehend oder sehr langsam laufend zurückgelegt.

Resümee: eine schöne Veranstaltung, die man weiterempfehlen kann. Ein sehr nettes und hilfsbereites Organisationsteam. Ich bin mir sicher, dass die Organisatoren alles daran setzen werden die noch nicht optimal umgesetzten Punkte (bessere Verpflegung, Kühlwasser und bessere Streckenbeleuchtung am Abend) besser zu gestalten.

Für mich war es sicher nicht die letzte Veranstaltung dieser Art. Eine oder mehrere Wiederholungen sollen folgen.
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Offline heitzko

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2011-10-01 12h Lauf von L.E. - run4fun
« Antwort #2 am: 06.10.2011, 06:39:31 »
danke für den schönen bericht! du bist fantastisch gelaufen und der 3. platz ist wirklich wohlverdient! kann es sein, dass dich das ultra-virus erwischt hat :D ;)?

Offline helga

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2011-10-01 12h Lauf von L.E. - run4fun
« Antwort #3 am: 06.10.2011, 07:41:47 »
Ja die Location ist schön, gratuliere zum 3. Platz! Für mich unvorstellbar so lange so schnell zu laufen.
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Offline shiloh

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« Antwort #4 am: 06.10.2011, 17:45:24 »
100 km zu schaffen ist eine starke Leistung, bravo! Da wirst du ja irgendwann mal in Biel am Start stehen...
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Offline run4fun

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« Antwort #5 am: 07.10.2011, 08:22:59 »
danke, ja es scheint so, als wäre ich infiziert :-)
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Offline cbendl

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2011-10-01 12h Lauf von L.E. - run4fun
« Antwort #6 am: 09.10.2011, 16:44:27 »
Eine späte Gratulation auch meinerseits! Als Ultralauf-Betreuerin kommen mir viele deiner Gedanken recht bekannt vor. :)
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Offline JM

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« Antwort #7 am: 09.10.2011, 21:45:39 »
Gratulation Heinz. Deine vielen km im km-Spiel haben sowas schon erahnen lassen. Bin gespannt welche Abenteuer du nun angehst.
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Offline run4fun

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« Antwort #8 am: 10.10.2011, 09:27:10 »
danke. für 2012 plane ich noch. irdning wäre aber eine reizvolle herausforderung...
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