Autor Thema: 2012-06-24 Hamburg Halbmarathon - susu  (Gelesen 167 mal)

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2012-06-24 Hamburg Halbmarathon - susu
« am: 24.06.2012, 00:00:00 »
Datum: 2012-06-24
Event: Hamburg Halbmarathon
Distanz: 21.097 km

Ersteller: susu

Offline susu

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2012-06-24 Hamburg Halbmarathon - susu
« Antwort #1 am: 24.06.2012, 00:00:00 »
Hamburg HM Nachlese

Alles beginnt wie es sich für Hamburg gehört: Es regnet. Als Michael und ich zum Start (St. Pauli) kommen, wissen wir, das wird eine nasse Sache. Es werden Regenschutz-Jacken verteilt, besser gesagt es wurden, denn als wir ankommen, sind leider schon alle „alle“. Michael sucht seinen Startblock (1:45:00) und ich? Ich weiß nicht so recht, wohin mit mir. Ich habe in den letzten vier Wochen nur 100 Laufkilometer absolviert, es packt mich gelegentlich die Panik, ob ich überhaupt 21,1 km fertiglaufen kann.

Ich stelle mich in den 2:00:00 Startblock. Es sollten für den Start beide Straßenzüge zur Verfügung stehen, zumal die Skater-Fraktion schon gestartet ist. Ob das aber so ist, kann uns der Streckenposten nicht verlässlich sagen. Also stelle ich mich knapp zu den Absperrungen, was gut ist, denn immer mehr Läufer drängen in den Block. So eng ist es nicht mal beim Frauenlauf! Es wird so eng, dass ich Angst bekomme und da ich günstig stehe, schiebe ich mich nochmals aus der Masse. Nichts wie raus hier! Ich stehe in der ersten Besucherreihe und die Angst lässt nach. Der Startschuss fällt, die Masse bewegt sich zäh dahin und ich warte, warte, warte bis sich der Menschenauflauf lockert. Dann schiebe ich mich wieder ins Feld zurück und schlendere gemütlich zur Matte. Ich komme schlecht weg, was auch damit zu tun hat, dass ich nicht mitbekommen habe, dass die andere Straßenseite tatsächlich offen ist. Was aber nicht sonderlich stört, denn ich bin müde. Am Samstag zuvor der Sprint-Tri auf der Donauinsel, am Montag 100 km am Rennrad, am Mittwoch 1000m-Aquacup-Schwimmen in Tulln und dann noch am Donnerstag ein paar 500er, damit ich spritzig in Hamburg laufen kann. Aber mein Körper sagt, geh das mal langsam an.
Die ersten 10km, die aus meiner Sicht, anspruchsvoll sind, komme ich in keinen Rhythmus, an manchen Stellen (Helgoländer Allee) wird es so eng und dicht, dass die Uhr 7:09/km anzeigt, wenn es bergab geht, dann geht das schon mal in 4:50 dahin, aber das ist so Staccato-mäßig, mir ist die Kontinuität lieber. Dafür aber ist die Gegend ein Hit. Ich laufe bemüht, aber nicht überengagiert, was bedeutet, dass mir alle möglichen Dinge auffallen und einfallen. Zum Beispiel, dass das Alster-Teilstück ein Traum zum Laufen ist. Aber auch Sätze wie „Wenn schon reich, dann bitte in Hamburg“, denn von den Villen hier könnte sich der Kaasgraben (Villengegend in Döbling) mal was abschneiden. Vor einer der Villen klatscht eine Dame ganz begeistert und bemüht sich ehrlich zu lächeln. Dabei macht ihr aber ihr krasses Lifting einen Strich durch die Rechnung. Es macht Spaß hier bei „Reich und Operiert“ durchzulaufen, ich hau mich ab, winke den Kindern, die am Fenster stehen und anfeuern, ich höre nun schon zum zehnten Mal „Euphoria“ via MP3-Player - dieses unmögliche Song-Contest-Lied aus Schweden.

Auch Michaels Satz fällt mir ein, er hat mir versprochen (!), dass es ab km 10 flacher wird. Wenn Michael sagt flacher, dann verstehe ich – ganz Ehefrau – natürlich flach! Aber es wird nie flach und somit warte ich bis km 21,1 km. Mit 2:00:18 lande ich tropfnass, leicht unterkühlt, aber fröhlich im Ziel auf der Suche nach Michael, den ich leicht finde und an seinem strahlenden Gesicht schon aus der Ferne sehe, dass er es geschafft hat. Bestzeit und die noch besser als er sich im besten Fall ausgerechnet hat. Heute ist er also mein Bestzeit-Held!

Fazit: Alles ist ein bisserl spartanisch organisiert, tolles Startsackerl etc. gibt es nicht. Strecke: wunderschön, Zielverpflegung: absolut okay. Wer Mineralwasser-Variationen liebt, kann sich hier mit dem gesamten Hella-Sortiment verlässlich vergiften.
Ach ja und wer nach einem Lauf in der Hansestadt noch schwimmen möchte, ich habe es in der Alster-Schwimmhalle probiert. Sehr empfehlenswert! Beginn: 6:30, 50m-Becken und anders als bei uns schwimmt der Hamburger in eine Richtung und plantscht nicht quer durchs Becken, auch die Bahnen sind entsprechend unterteilt (Öffentlichkeit, Tempo, Rücken…).

Offline heitzko

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2012-06-24 Hamburg Halbmarathon - susu
« Antwort #2 am: 27.06.2012, 20:12:35 »
danke für den schönen bericht. das klingt nach einem feinen lauf. eine gegend in der schönere villen und besseres lifting als in der kaasgrabengasse vorhanden sind, würde ich mir gerne einmal anschauen :).

Offline elisabeth

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2012-06-24 Hamburg Halbmarathon - susu
« Antwort #3 am: 27.06.2012, 21:43:49 »
Wie immer: sehr schöner Bericht von dir Susanne.
Danke!!
Bist eine richtige Wasserratte, wenn du sogar in Hamburg bei einem Woendausflug ins Schwimmbad gehst. Beneidenswert deine Energie!

Offline Richy

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2012-06-24 Hamburg Halbmarathon - susu
« Antwort #4 am: 27.06.2012, 23:49:27 »
Gute Zeit - ist ja nicht so weit weg von der PB. Wenn da ein paar Dinge optimaler gewesen wären.
Wobei ich ja finde, Hamburg ist eine HM - Strecke ;)
Ich bin ja beim Marathon vor 2 Monaten kaum weiter gekommen :D

Offline Anna

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2012-06-24 Hamburg Halbmarathon - susu
« Antwort #5 am: 28.06.2012, 07:36:31 »
Ja, das ist Hamburg! Toller Bericht! Deine Tapering-Woche war ja eher suboptimal, aber Bestzeiten kannst du im Prater auch laufen - in Hamburg ist das Flair wichtig.

Offline boenald

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2012-06-24 Hamburg Halbmarathon - susu
« Antwort #6 am: 29.06.2012, 10:53:43 »
tja, das mit dem Kaasgraben ist schon so eine Sache... Ich denk mir da oft, wenn ich vorbei laufe, dass man Geschmack offenbar noch immer nicht kaufen kann :D:D
und hamburg ist wetterunabhängig eine feine sache! gratuliere dir und michi zum lauf!
Paragraph eins: jedem sein´s.

Offline Conny

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2012-06-24 Hamburg Halbmarathon - susu
« Antwort #7 am: 03.07.2012, 16:31:17 »
und wieder so ein schöner Bericht von dir - danke!
Ich kann mich Elisabeth nur anschließen: Deine Energie ist echt ein Wahnsinn!

Offline helga

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2012-06-24 Hamburg Halbmarathon - susu
« Antwort #8 am: 04.07.2012, 09:49:15 »
Super gemacht Susanne! Bewundernswert ist diese Power die du dir erarbeitet hast.
Der Weg, auf dem Sie Ihre Ziele erreichen, ist genauso individuell, wie Sie selbst. (Klaus Weiland)