Autor Thema: 2012-10-28 Frankfurt Marathon - Ulrich  (Gelesen 320 mal)

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2012-10-28 Frankfurt Marathon - Ulrich
« am: 28.10.2012, 00:00:00 »
Datum: 2012-10-28
Event: Frankfurt Marathon
Distanz: 42.195 km

Ersteller: Ulrich

Offline Ulrich

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2012-10-28 Frankfurt Marathon - Ulrich
« Antwort #1 am: 28.10.2012, 00:00:00 »
Patrik und ich

Wow, einmal in einem wirklich geschichtsträchtigen Rennen, einem prognostizierten Weltrekordrennen dabei sein, einmal die gleiche Luft schnuppern, wie die ganz ganz großen. Schon ein nettes Gefühl, das beflügelt und… OK, wenigstens einreden darf man es sich doch noch? Oder?

Ankunft Frankfurt: Sauwetter, es regnet, nicht wirklich eiskalt, aber ein wenig ungemütlich, Heidi findet gleich unser Hotel, wir haben die erste Hürde schafft. Bernhard… voller Tatendrang will gleich in der Früh ein bisserl laufen, ich verweigere, es ist am Samstag schlicht zu saukalt, minus 1 ist doch wirklich übertrieben. Erst einmal frühstücken, dann bald auf die Expo. Wirklich sehr gut organisiert das Ganze, hoch professionell, sehr systematisch und durchgeplant. Es gibt keine Missverständnisse, keine Probleme. Außer als Bernhard seinen neu erstandenen Polar Gurt wieder umtauschen will, doch auch hier geht alles im Endeffekt problemlos von statten.

Den Inov8 Stand hat schon Heidi beschrieben, wenigstens schön, dass die Schuhe vertreten sind…, alles andere nun, es war eine Expo für Zigtausende, gut organisiert, gut geplant und eine Expo halt.
Beeindruckend die Zieleinlaufhalle, sie glich einer Disco mit Scheinwerfern, Spots und Michael Jackson Musi, ja da wollen wir rein!
Draussen hingegen bläst kalter Wind, die Lokale haben bis auf ein Hotelrestaurant geschlossen, wir schlendern durch die Gegend zwischen Messe und Bahnhof.

Raceday:
Der Wettergott hat ein Einsehen, wir blicken einem strahlend blauen Himmel entgegen, leicht bibbernd zwar, aber immerhin. Der kurze Lauf( dreimal um den Block) mit Bernhard am Samstag zeigt Wirkung, meine Oberschenkelansätze mucken schon wieder auf…  Aber wozu habe ich meine Salben und meine Tapes mitgenommen? Fleißig wird geschmiert.
Aufgrund der Erfahrung von gestern (Saukalt) gehe ich auf Nummer sicher und wähle die folgende Bekleidungsvariante, die sich später als Fehler rausstellen sollte:
Kompressionsstutzen (richtig), Salomon Kompressionshose ( falsch), 3 Leiberl (falsch) Gilet (richtig), Handschuhe und Stirnband (richtig), Brooks Flow (wahrscheinlich wurscht). Nun, ich sollte es besser wissen, aber irgendwie fehlt mir das Ego, dass ich dauernd auf Druck laufe und so warm bleibe, daher die 4 Schichten.
Wir wandern zum Start, hier ist alles lustigerweise sogar ein wenig kleiner als beim Wienmarathon, dennoch klappt alles perfekt. Bernhard und ich entledigen uns der Wegwerfkleidung, bald geht’s los.
Gut, die ersten Schritte zur Startlinie gehe ich noch, dann gleich los.. Nein ich werde Bernhards Tempo nicht mitlaufen, das ist mir heute etwas zu flott, entschließe ich nach 10 gemeinsamen Metern, Viel Glück mein Freund!
Ich suche mein Tempo, wundere mich ein wenig über den gleich zu Beginn recht hohen Puls, doch lasse ich ihn einfach Puls sein, ich lauf in 4:45 dahin und freu mich erst mal drüber. Mir dämmert schon nach wenigen KM´s dass ich wahrscheinlich zu warm angezogen bin, jetzt aber auch schon egal, wird schon passen. Meine Schritte sind leicht, ich strenge mich nicht wirklich an, muß nur ein wenig schmunzeln, als ich merke, dass bereits nach 5 KM meine Armmuskulatur beginnt aufzuzeigen. Ein bisserl früh würd ich sagen. Ich schüttle fleißig aus und laufe, eigentlich bis KM15 recht problemlos einen 4:45 – 4:50er Schnitt. Im besten Fall geht’s ja so weiter, vielleicht eine Zeit unter 3:30, wenn nicht auch egal, nur keinen Stress heute. Sightseeing ja, ich merke einfach, dass ich nicht meinen besten Tag habe, ich will einfach nur laufen.
Fasziniert registriere ich, dass ich bei jeder Labestelle fast Schlittschuhlaufen kann, so sehr rutschen die Brooks Flow auf nassem Untergrund.
Die Strecke rutscht/zieht vorüber, irgendwie geht’s ja, ich feuere die Leut an, ein paar wenige machen mit, grundsätzlich ist die Stimmung aber durchaus OK. Bei 20 eine kurze WC Pause, ab 25 merke ich, dass meine Zeiten beginnen einzubrechen, langsam wird es mühsam.
Irgendwann fehlt schlagartig die Kraft, muß so ungefähr bei KM 27 gewesen sein, nun, jetzt wird’s halt ein bisserl zach, aber es ist ja nicht das erste Mal. Glücklicherweise habe ich keinerlei Schmerzen, mit fehlt nur die Energie, Druck auf die Strasse zu bringen. Im Nachhinein könnte ich mir vorstellen, dass die Salomon Sensifit hier ihren Beitrag geleistet hat, sie dürfte doch eine kleine Barriere gegen einen ganz freien Schritt gebildet haben. Naja, ich jogge weiter, wieder Richtung Finanzdistrikt. Unvorstellbar, dass ich einmal für diese inhumanen Riesen gehackelt habe, ich muß lächeln.. und werde überholt, ich werde permanent überholt. Ich sehe Bernhard auf einer Gegengeraden, freue mich, ihn anfeuern zu können. Zu guter Letzt beginnt ab KM 37 mein linkes Knie massiv zu stechen, völlig unvermutet blitzt der Schmerz bei unebenen Abschnitten auf, ebenso, wenn mich einer in der Endbeschleunigung anrempelt. Unzählige Humpelpausen säumen meine letzten Kilometer. Ich schleppe mich Richtung Ziel, freue mich  auf die Zielankunft, 40, 41, jetzt sind wieder ein paar Kräfte da, ich betrete die Halle…. AHA…. Halle, Leute, Ziel, nun gut.  
Das wars.
Soll ich noch auf Heidi warten? Sie ist ja 10 Min hinter uns gestartet, nein, ich gehe zum vereinbarten Treffpunkt, treffe auf einen breiten Grinser am Handy (Bernhard telefoniert grad mit Alfred) und erfahre staunend und höchsterfreut von seiner Traumzeit. Bravo, was für ein Highlight!!!
Alfred tröstet mich auch gleich… Er gratuliert mir, als hätte ich grad eine Spitzenzeit geschafft, ich schmunzle. Als nun auch Heidi mit offenen Knien aber einer erfreulichen Endzeit erscheint, ist die Welt wieder im Lot. Der Marathon ist gelaufen, unser Bernhard hat den Tag gerettet und Patrik Makau und ich haben unsere Ziele nicht erreicht.
Weil 42 die Antwort ist und 130 der Sinn

Offline heitzko

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2012-10-28 Frankfurt Marathon - Ulrich
« Antwort #2 am: 29.10.2012, 17:17:52 »
ehemann, auch wenn es hart war... mit makau hast du noch etwas gemeinsam, ihr habt toll durchgehalten und das ziel erreicht. die rekorde werden ein anderes mal gebrochen :)

Offline JM

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2012-10-28 Frankfurt Marathon - Ulrich
« Antwort #3 am: 29.10.2012, 20:14:27 »
Du hattest Makau, Heidi den Weidlinger. Frankfurt - da muss man hin :)
Ich hoffe deine Wehwehchen sind bald wieder weg.
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Offline Pizzipeter

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2012-10-28 Frankfurt Marathon - Ulrich
« Antwort #4 am: 29.10.2012, 22:05:01 »
Alles in allem doch noch ein relativ versöhnliches Ende des Laufjahres - toller Bericht für motivierten Lauf!
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Offline boenald

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2012-10-28 Frankfurt Marathon - Ulrich
« Antwort #5 am: 30.10.2012, 10:34:33 »
@luxemburger: ja, die empfehlung kann man glaub ich aussprechen.
@ulrich: du hast viel gemacht für den marathon, aber du warst ja auch relativ knapp davor noch gesundheitlich angeschlagen. weicheier wie ich zB wären da gleich überhaupt zuhause geblieben, so gesehen hast du eine sehr starke leistung geliefert. gratuliere und danke für den feinen gemeinsamen ausflug!
Paragraph eins: jedem sein´s.

Offline Anna

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2012-10-28 Frankfurt Marathon - Ulrich
« Antwort #6 am: 30.10.2012, 12:36:44 »
Verstehe zwar, dass du nicht ganz zufrieden bist - aber ich sehe es wie Pizzipeter: es ist ein recht versöhnliches Ende des Laufjahres. Hut ab vor deinem Einsatz und auf ein neues Laufjahr!

Offline Richy

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2012-10-28 Frankfurt Marathon - Ulrich
« Antwort #7 am: 31.10.2012, 18:44:52 »
Der Rennverlauf kommt mir irgendwie bekannt vor.
Einer mehr - in ein paar Jahren wäre man froh, nochmal so Zeiten laufen zu können.
Nächstesmal klappt es wieder besser.

Offline KITTY

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2012-10-28 Frankfurt Marathon - Ulrich
« Antwort #8 am: 31.10.2012, 20:52:39 »
du bist mit makau einen marathon gelaufen, viele können das nicht von sich behaupten. gratuliere.
lg
peter