Autor Thema: 2017-01-27 24h Burgenland Extrem Tour - JM  (Gelesen 228 mal)

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2017-01-27 24h Burgenland Extrem Tour - JM
« am: 27.01.2017, 00:00:00 »
Datum: 2017-01-27
Event: 24h Burgenland Extrem Tour
Distanz: 120.000 km

Ersteller: JM

Offline JM

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2017-01-27 24h Burgenland Extrem Tour - JM
« Antwort #1 am: 27.01.2017, 00:00:00 »
120 km Eiskalt

24h Burgenland extrem 2017

120km um den Neusiedlersee laufen. Klingt anstrengend, aber machbar, da fast keine Höhenemeter. Das war eine der Überlegungen als ich mich für den Lauf anmeldete. Das war im Herbst. Dass ich mich im Spätherbst dann verletzte und November und Dezember gar nicht laufen konnte hat ein bisschen Extra-Spannung hineingebracht. Den Jänner habe ich dann intensiv zum trainieren genutzt . Schnell die Umfänge gesteigert. Aber das Tapering abgezogen, sind 3 Wochen Training wirklich wenig.

Aber im Bewusstsein solche Distanzen schon mal gelaufen zu sein, und wissend dass ab 50km vor allem der Kopf das limitierende Element ist, habe ich mir erst mal keine großen Sorgen gemacht. Dass ich dann in der Tapering-Woche einem Lauf mich Chris und Anna in Schönbrunn wegen einem Stich im Problemmuskel abbrechen musste, macht mir dann doch ein wenig Kopfzerbrechen. Rollen, massieren, wärmen waren daher die letzten Tage vor dem großen Lauf angesagt.

Am Start war ich mit den Vereinsfreunden vom ULT Heustadlwasser - Martin W., Regina K. und unser Josef. Der Start um 4:30 verlief wunderbar. Trotz groß0er Menschenmasse am Start konnten wir nach 1km schon frei laufen. Kalt war´s beim Start. Solange ich mich nicht bewege habe ich eine extreme Kälteempfindlichkeit. Daher lag die Hoffnung darin dass die Sonne herauskommen sollte und uns ein wenig aufwärmen würde. Weil ich hatte vor einen guten Teil der Strecke schnell zu wandern. Auch, weil ich sonst schon vor der Laufsaison ausgebrannt bin.

So laufen wir in unserer 4er Gruppe gemütlich dahin. Bald schon sind wir an der ungarischen Grenze.



Da hat es auch schon nicht mehr lange gedauert , da hat´s auch schon gedämmert. Der wolkenlose Himmel hattet die Temperaturen natürlich ordentlich fallen lassen. Aber dafür war ja zu erwarten dass dann die Sonne tagsüber ein wenig aufheizen würde. Dem war dann aber leider nicht so. Nur gut dass wir alle gut mit vielen Schichten eingekleidet waren. So lange man in Bewegung war, war es gut auszuhalten.


Unterwegs hat man natürlich allerlei (Ultra-)Läuferprominenz getroffen. Z.BSp Tino.


In Ungarn gab es dann auch bald die ersten Verpflegungsstationen. Heißer Tee war natürlich immer sehr willkommen. Auch ein kleines Feuer zum aufwärmen wurde gerne genutzt.



Bald schon sollten wir dann in den Nationalpark kommen. Obwohl ich die Snowlines eingepackt hatte, habe ich sie nie wirklich gebraucht. Meist griffiger Schnee, die Eisplatten die ab und zu auftauchten konnte man immer gut umlaufen.
Bald wusste ich dass es mit wandern an dem Tag nichts war für mich. 1 Minute stehen und schon bekam ich klamme Finger. Die Sonne wollte einfach nicht mehr rauskommen. Nur "sun-teasing" Aber es bliebe bei der Hoffnung.



Ich musste also in Bewegung bleiben. Also Pan B - weiterlaufen. So kam es dass ich bis km 116 durchgelaufen bin. (abzüglich 3 Essen-stops in beheizten Gasthäusern) Die elend langen Geraden Strecken die zu laufen waren, sind wohl eher was für abgehärtetet Praterläufer. So war ich über jede Abwechslung und jeden Zuseher froh, auch wenn´s nur Rinder waren  ;)



Den Fotoklassiker des Burgenlandlaufs haben wir natürlich auch nicht ausgelassen:


Und jetzt wissen wir : In der Hölle ist es KALT ( damit ihr darauf vorbereitet seit  ;) )

Irgendwo in Ungarn musste Josef leider alleine weiterlaufen. Da war unser Tempo nicht mehr ganz kompatibel.
Den Rest der Strecke bin ich mit den anderen 2 Team-Kollegen mitgelaufen. Und da ist mir mal wieder aufgefallen dass Ultra-Lauf wirklich ein Team-Sport ist. Ohne die beiden hätte ich das Ding vielleicht nicht geschafft. Jeder hat jedem geholfen, beim aus/umpacken. Weg-suchen. Bei der Verpflegung und Motivation.

Kurz vor dem Ziel haben wir uns dann verkoffert. Mitten auf einem Acker sind wir rausgekommen und keine Ahnung mehr wo wir hin müssen. 3 Minuten stehen bleiben waren für mich dann das Beinahe Kälte-Finish Der Körper war halt auch schon ausgelaugt, und beim stehen bleiben hat sich die Kälte direkt in den Körper hineingefressen. Gut dass wir fast im Ziel waren.

Der Zieleinlauf war eigentlich unspektakulär. Aber äußerst emotional. Ich war den Tränen nahe. Das war wie beim ersten Marathon. Nach den offiziellen Finisherfotos sind wir direkt in unsere Herberge um schleunigst unter der warmen Dusche wieder aufzuwärmen. Dann haben wir uns zu Bett begeben und im Halbschlaf immer ein Ohr wach gehalten um bereit zu sein wenn Josef eintrifft. um 2:30 war es dann soweit und Josef ist bei uns gewesen. Das haben wir dann mitten in der Nacht noch mit einem kalten  (!!) Bier gefeiert.
(vorne im Bild ein Goodie vom Weingut Hillinger )



ein paar weiter Fotos : https://www.run42195.at/fotos_event.php?eventid=4633
 
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Offline uschi61

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2017-01-27 24h Burgenland Extrem Tour - JM
« Antwort #2 am: 28.01.2017, 20:01:12 »
auch hier noch einmal: danke für den bericht und die tollen fotos! gratulation zu eurer leistung - einfach unvorstellbar!
Lebe deine Träume!

Offline nasmorn

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2017-01-27 24h Burgenland Extrem Tour - JM
« Antwort #3 am: 29.01.2017, 12:19:47 »
Wow alles durchgelaufen. Das ist ja noch viel besser als gedacht.

Offline dogrun

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2017-01-27 24h Burgenland Extrem Tour - JM
« Antwort #4 am: 17.03.2017, 14:48:19 »
Hab ich doch endlich mal Zeit gehabt für deinen Bericht! TOP!

Schöner Erlebnislauf, reizt bei deinen Ausführungen einen auch fürs nächste Jahr.
„Sport stärkt Arme, Rumpf und Beine / Kürzt die öde Zeit / Und er schützt uns durch Vereine / Vor der Einsamkeit.“ (Joachim Ringelnatz)