Autor Thema: 2017-06-17 Tromsö Mitternachtsmarathon - Tschitschi  (Gelesen 210 mal)

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Datum: 2017-06-17
Event: Tromsö Mitternachtsmarathon
Distanz: 42.195 km

Ersteller: Tschitschi

Offline Tschitschi

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2017-06-17 Tromsö Mitternachtsmarathon - Tschitschi
« Antwort #1 am: 17.06.2017, 00:00:00 »
Harter Neubeginn

Ich hatte, wie viele wissen September vorigen Jahres einen haarigen, schweren Unfall und brauchte lange Zeit mich motivationsmässig wieder dem Laufen zuzuwenden. Erst 7 Wochen vor dem Start entschied ich mich für Tromsö und versuchte mit dem Training eine passable Zeit (3:30) zu erreichen.
Ich war mit einer Truppe der Heustadelultaläufer unterwegs (10 Wiener in Tromsö) und , durch die kurzfristigkeit auch nur über AirBnB dioe Möglichkeit eine leistbare Unterkunft zu ergattern. Dies war dann das eigentliche Highlight: Gast bei einer Chinesin die kein Wort Englisch oder Deutsch sprach, bei der Begrüssung chinesische Teezeremonie mit chinesischen Kekse, der laufende Fernseher spielt unser gegenseitiges freundliches Anschweigen etwas herunter. Zuerst norwegischer Kochkurs, dann Quetschntöne und "Gruss aich", Hansi Hinterseer doziert über Musik und Liebe! Ich fühle mich zuhause. zum Rennen:
Start um 20:30 sodass ich rechnete vor Mitternacht im Ziel zu sein. Grund des unüblichen Starts ist die Mitternachtssonne in der nördlichsten Stadt der Welt (300km nördlicher als die Nordküste Islands). Die Strecke wurde als im 2ten Teil flach beschrieben, der erste Teil mit 2 steilen hohen Brückenquerungen.
Die Strecke ist, um es vorwegzunehmen, öd, dagegen ist die Wachau abwechslungsreich. Man läuft von Tromsö über die Brücke, so ziemlich das einzige Highlight, dann 10 km an der Küste wellig in eine Richtung und haargenau dort wieder zurück, über die Brücke 10 Km in die andere Richtung zum Flughafen und...wieder genauso zurück. Ab und zu mauss man den Blick übers Meer gleiten lassen um nicht dem Trübsal zu erliegen. Ich habs recht langsam angehen lassen, wie immer ohne Uhr aufs Gefühl (fälschlich) vertrauend. Die ersten 10km waren geprägt von Läufern die einen mit affengeschwindigkeit überholen , sich dann aber zurückfallen liesen, wieder überholten, eingingen oder was weiss ich. Rhythmus selbst zu finden also schwer, und eine Gruppe zu finden die konstant ungefähr ein mir entsprechendes Tempo lief ebsnso. Ich laufe neben einem Franzosen, älteres Baujahr, denk mir mit dem könnte ich eine Zeitlang cruisen, frage ihn um den Pace und als er auf die Uhr schaut und meint so 5:15, trenn ich mich von ihm. So langsam? Also gebe ich Gas, versuche so um  die Viertelminute am KM schneller zu werden. Komme zur Brücke und habe schon echte Probleme, laufe durch Start und Ziel, würde gerne die HM Zeit sehen gibt's aber nicht. Den kurzen Gedanken bei HM auszusteigen verwerfe ich, ist mein erster nach dem Unfall den muss ich finishen. Es geht also die andere Richtung auf langweiligem Terrain weiter, ab KM 25 werde ich deutlich langsamer. Wir kommen zum Flugplatz, an diesem vorbei bis zur Wendemarke. Grad dass sie am Schotterstück eine Fahne aufgestellt haben. Ein Bild welches in jedem Coen Brüderfilm vorkommen könnte. Einsamkeit pur! KM 30 die Spitze Halbmarathonis überholen mich, 2 h nach uns gestartet. Es geht immer schlechter bei KM 36 ists dann soweit: ich muss gehen. Puls hämmert und ich krieg ihn einfach nicht runter. Gehe jetzt 4KM und der Puls bleibt auf einem Affentempo und es überholen mich 100erte. Bei KM 40 trau ich mich wieder laufen, hab davor echt um meinen Kreislauf gebangt und rolle mit 3:51 durchs Ziel. Da frag ich mich. weenn ich die ersten 10 KM in 5:15 gelaufen bin und dann 4km gegengen bin, wie geht sich diese Zeit aus. In der Resultatliste wird's dann klar, mein HM war 1:40:50 und das auf dem klar schwereren Teil, also viel schneller als angenommen. Das heisst ich hab halt überhaupt kein Tempogefühl gehabt, mich auf den Franzosen verlassen und war klar zu schnell unterwegs. Naja, abhacken und vielleicht wieder mehr Gefühl fürs Laufen entwickeln. Tromsö Resumee: man muss ein Liebhaber der Mitternachtsonne sein um den Lauf zu mögen. Ich versteh die Streckenführung überhaupt nicht: Ist nicht flach dadurch nicht schnell. Umgeben von super Bergen und Fjorden könnte man einen lässigen Trailmarathon dort machen.  Eigentlich schade
"man muss wissen bis wohin man zu weit gehen kann" jean Cocteau

Online nasmorn

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2017-06-17 Tromsö Mitternachtsmarathon - Tschitschi
« Antwort #2 am: 26.06.2017, 17:30:01 »
Ich dachte die ganze Zeit du warst beim TROMSØ SKYRACE.

Offline Tschitschi

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2017-06-17 Tromsö Mitternachtsmarathon - Tschitschi
« Antwort #3 am: 26.06.2017, 18:54:59 »
TROMSØ SKYRACE wäre mehr mein Geschmack aber als Anfang doch etwas schwierig
"man muss wissen bis wohin man zu weit gehen kann" jean Cocteau

Offline shiloh

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2017-06-17 Tromsö Mitternachtsmarathon - Tschitschi
« Antwort #4 am: 26.06.2017, 21:21:03 »
Den Franzosen abhacken? Was kann denn der dafür?
Im Ernst: Auch wenn`s mühsam ist, wenn das Laufen, der Lauf keinen Spaß mehr macht... trotzdem finishen. Und Gehen ist keine Schande! Solche Läufe sind auch wichtig. Der nächste wird besser!! Lg H.
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Offline JM

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2017-06-17 Tromsö Mitternachtsmarathon - Tschitschi
« Antwort #5 am: 27.06.2017, 06:58:59 »
Die Story mit der Chinesin macht den faden Lauf doch wieder wett. Wobei mir persönlich der Lauf sogar gefallen könnte ! Danke für den Bericht.
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Offline Pizzipeter

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2017-06-17 Tromsö Mitternachtsmarathon - Tschitschi
« Antwort #6 am: 27.06.2017, 09:24:35 »
Super, dass du wieder so laufen kannst!
Hansi Hinterseer hat dich vielleicht etwas verstört ? ;-)
Danke für den Bericht!
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Offline Anna

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2017-06-17 Tromsö Mitternachtsmarathon - Tschitschi
« Antwort #7 am: 27.06.2017, 19:07:23 »
Danke für deine Eindrücke. Etwas skurille Atmosphäre, aber klingt wegen der Mitternachtssonne trotzdem reizvoll.